HOMEPAGE



Hamburg

"WIR MÜSSEN FÖRDERUNG KÜNFTIG UMDENKEN IN KONTINUITÄT"

Ein Gespräch mit Antje Pfundtner und Anne Kersting von "Antje Pfundtner in Gesellschaft"



Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Arbeit dieser freien Gruppe aus? Welche Projekte konnten realisiert werden und wie haben sie sich verändert? Was ist für die Zukunft geplant?


  • "Tischgesellschaften" von Antje Pfundtner in Gesellschaft Foto © Juliana Oliveira
  • "Alles auf Anfang" von Antje Pfundtner in Gesellschaft Foto © Simone Scardovelli
  • "Ende" von Antje Pfundtner in Gesellschaft Foto © Simone Scardovelli
  • Antje Pfundtner Foto © Simone Scardovelli
  • "Vertanzt" von Antje Pfundtner in Gesellschaft Foto © Ellen Coenders
  • Anne Kersting Foto © Simone Scardovelli
  • "Sitzen ist eine gute Idee" von Antje Pfundtner in Gesellschaft Foto © Simone Scardovelli
  • "Sitzen ist eine gute Idee" von Antje Pfundtner in Gesellschaft Foto © Simone Scardovelli

Annette Bopp im Gespräch mit Antje Pfundtner und Anne Kersting

Wie hat sich die Corona-Krise auf Eure Arbeit ausgewirkt? Wie ist es Euch ergangen?

Antje Pfundtner: Wir hatten in fast schon hellsichtiger Vorausahnung 2019 beschlossen, dass wir 2020 kein neues Bühnenstück produzieren, sondern uns vor allem mit unseren Tischgesellschaften auseinandersetzen wollten, die mehr Aufmerksamkeit und Gewicht bekommen sollten. Ein Teil davon war zusammen mit Hellerau geplant: die "Wieder-da-Tischgesellschaft", in der es um das Thema Wiederaufführung und Nachhaltigkeit geht. In diesem Zusammenhang wollten wir ein altes Stück wiederaufnehmen, aber nicht als schlichte Replikation, sondern wir wollten uns noch einmal ganz neu damit beschäftigen. Ein neues Stück war dann erst für 2021 geplant. Und dann kam Corona ...

Was bedeutete das für Euch konkret? Ließen sich die Tischgesellschaften trotzdem realisieren?


Antje Pfundtner: Für die Tischgesellschaften war das erstmal noch nicht so schlimm, es gibt ja Videokonferenzen ... Wir dachten, darüber können wir uns doch auch austauschen, das ist ja erstmal eine Hilfe, um überhaupt miteinander in Kontakt bleiben zu können. Aber wir merkten dann doch, dass uns die Begegnung fehlte. Die Resonanz, die man in analogen Gesprächsformaten immer hat und die sehr essenziell ist, entfällt. Nach der ersten Online-Tischgesellschaft klingelte am laufenden Band das Telefon, weil alle weitersprechen und reflektieren wollten, wozu sie noch nicht gekommen waren, was sie vergessen hatten, was ihnen erst danach einfiel ...

Hatte das Konsequenzen?

Antje Pfundtner: Ja, wir wurden dieses Formats doch recht schnell müde, weil so viel in die Zweidimensionalität fällt. Es fehlen die Übergänge und die Resonanzen, die für mich ohnehin schon immer sehr wichtig sind. Alles schichtete sich nahtlos übereinander und ich hatte oft das Gefühl, als hätte ich in meinem Leben noch nie so viel gearbeitet ... Generell sind wir eher in einer privilegierten Situation aufgrund der Strukturförderung, uns sind die Gelder nicht weggebrochen. Wir müssen die Förderungen künftig umdenken im Sinne einer solchen Kontinuität.

Konntet Ihr alles umsetzen, was Ihr wolltet?

Antje Pfundtner: Nein, natürlich nicht. Es gab immer wieder Ankündigungen, gefolgt von Absagen – wie überall. Die zweieinhalbtägige Tischgesellschaft in Dresden war sehr aufwändig. Wir mussten darauf achten, ob und wie wir eine Live-Begegnung unter Corona-Bedingungen umsetzen konnten, mit wie vielen Leuten, in welchen Räumen, mit welchen Abständen, mit welchem Hygienekonzept ... Da kommen ja einige Leute zusammen, verbringen den Tag miteinander, es werden Stücke gezeigt, Workshops und Diskussionsrunden gehalten ... Als wir das alles fertig hatten vom Konzept her, hieß es: Nein, das kann doch nicht so stattfinden. Mich hat das echt kalt erwischt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir mussten dann noch einmal eine richtige Transformationsarbeit leisten und neue Hürden überwinden in der digitalen Form.

Hatte das Digitale auch Vorteile?


Antje Pfundtner: Ja, schon zum Teil. Das Digitale erfordert allerdings viel Extra-Kommunikation. Die Frage war, wie man über einen digitalen Diskurs wirklich miteinander in Kontakt kommt, in einen neuen Austausch mit Menschen, die sich untereinander nicht kennen und die wir auch bisher nicht kannten. Allein das war eine große Herausforderung, aber auch in der Umsetzung sehr konstruktiv, weil wir trotz aller Frustrationen immer wieder das Positive herauskitzeln konnten. Für unsere Wiederaufführung von "Vertanzt" gab sogar noch eine eigene Inspiration, weil wir uns eine filmische Dokumentation ausgedacht hatten, die von der Bühne in den Diskurs springt und wieder zurück.

Anne Kersting: Es ist bei diesem digitalen Arbeiten schon klargeworden, was die szenischen Künste tun. Bei den Tischgesellschaften trifft man sich halt im Digitalen und tauscht sich aus, das ist ein Input von Wissen und Austausch. Dabei fehlt aber das, was in den szenischen Künsten oder im Probenprozess ganz selbstverständlich passiert: Es gibt einen Input, und der wird gleich mit den anderen aufgenommen, geteilt und verarbeitet. Ich habe stapelweise Notizen von den digitalen Tischgesellschaften, das hatte ich sonst nie. Man kann das positiv sehen – das ist dann alles schriftlich festgehalten, man kann es nachlesen. Wenn das live ist, geht alles Hand in Hand und viel direkter und schneller, es wird sofort verarbeitet und weitergegeben. Im Digitalen nimmt man es erst einmal auf, hält es fest und erst danach wird geordnet, verdaut, verarbeitet, verteilt. Das ist in jeder Hinsicht mehr Aufwand. Im analogen Format ist man ständig im Austausch, auch in den Pausen, am Abend, beim Essen, beim Spaziergang. Wenn ein Gedanke oder eine Idee entsteht, wird sie viel schneller umgesetzt. Das passiert nur, wenn man in einem gemeinsamen Raum ist und Verantwortung und Aufgaben direkt verteilen kann. Im Digitalen verteilt es sich nicht, sondern man schreibt es auf, und dann braucht es später einen zweiten aktiven Schritt: Was passiert jetzt damit?

Ist das Digitale nicht auch einfach anstrengender?


Antje Pfundtner: Es ist anstrengender, weil es eine höhere Konzentration erfordert, sich auf diesen viereckigen kleinen Bildschirm zu konzentrieren. Ich brauche sehr viel mehr Aufmerksamkeit beim Zuhören. Die Kommunikation in der großen Runde in einem gemeinsamen Raum ist da doch sehr viel belebender.
Anne Kersting: Was mir das Digitale an Denk- und Arbeits- und Teilungsqualität nicht gibt, ist das Schweigen. Man fühlt sich mehr unter Druck, ein konkretes Outcome zu produzieren.

Welche Qualität siehst Du in diesem Schweigen?


Anne Kersting:
Die Qualität des darauffolgenden Sprechens. Wenn du nach einer Stille den Mund wieder aufmachst, hast du etwas zu sagen. Das fehlt im Digitalen. Es gibt dort keine Schweigeräume. Vielleicht müssen wir die einführen oder sie uns nehmen.

Antje Pfundtner: Wenn die Menschen miteinander vertraut sind, passiert das eher, dieses gemeinsame Schweigen. Die Höflichkeit, die man in den Video-Konferenzen pflegt, hat den Nachteil, dass man womöglich etwas sagt, dessen Bezugspunkt schon wieder weit zurückliegt, wenn man dran ist. Dadurch kommt etwas, was schon im Fluss ist, wieder ins Stocken. Und es entstehen andere Gesprächsverläufe. Im lebendigen Raum geht man eher mal dazwischen und meldet sich.

Wie hat sich denn der Blick auf das Thema "Wiederaufnahme" verändert in dieser Zeit?


Antje Pfundtner: Wir konnten uns schon von den Proben her nicht so intensiv damit beschäftigen, wie wir es eigentlich gewollt hatten. Ich wollte eigentlich dem Team, das vor zehn Jahren das Stück "Vertanzt" entwickelt hat, Zeit verschaffen. Wir wollten Zeit miteinander verbringen, um zu schauen, ob das Stück ein Anlass ist, um irgendwo anders zu landen als 2011. Vielleicht entsteht dabei ein Wunsch nach Transformation, oder man fragt sich: Warum haben wir das eigentlich so gemacht und nicht anders? Dieses Stück hätte die Tischgesellschaft zum Thema Wiederaufnahme gerahmt; wir wollten die Zuschauer*innen des ersten Abends bitten, das Stück nach zwei Tagen noch einmal anzuschauen, und wenn ihnen das nicht möglich ist, sollten sie anderen davon erzählen und mit denen dann in Austausch gehen. Zuschauer*innen sind ja wichtig, um ein Stück zu verbreiten, zu erzählen, zu archivieren, es weiterzugeben. Das alles fiel jetzt weg. Wir mussten uns fragen: Was thematisieren wir stattdessen?

Und was kam dabei heraus?

Antje Pfundtner: Wir haben zwei Gäste eingeladen, die Hamburger Choreografin Regina Rossi, die das Stück vor zehn Jahren gesehen hat, die Soziologin Anke Strauß, die viel im Bereich Kunst arbeitet und sich in ihrer Arbeit auch mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Anke war eh einer unserer Gäste in diesem Diskurs und hatte das Stück noch nie gesehen. Diese beiden haben wir immer wieder im Rahmen einer bestimmten Dramaturgie in ein Gespräch geführt über das, was sie gesehen haben, und zu der Frage, was es heißt, auf ein älteres Stück noch einmal neu zurückzukommen. Außerdem mussten die Tänzerin Silke Hundertmark und ich für das Stück ganz anders proben, zum Teil getrennt in verschiedenen Städten, wir konnten nicht zusammenkommen. Wir hatten dann die Idee, das Stück nicht als Wiederaufnahme für die Bühne zu konzipieren, sondern für die Kamera. Und es entstand das Bedürfnis, diesen Prozess ebenfalls abzubilden. So ist eine recht umfangreiche, vielschichtige Dokumentation entstanden, die neue, eigene Möglichkeiten der Auseinandersetzung bietet, als wir sie sonst gehabt hätten.

Anne Kersting: Die große Debatte bei der Frage Wiederaufführung/Wiederaufnahme ist ja: Wer spricht darüber? Inwiefern ist die Information oder die Tatsache interessant, dass es eine Wiederaufnahme ist? Für die Künstler*innen trifft das sicher zu, sie betrifft die Auseinandersetzung mit Rekontextualisierung, neuen Gedanken, Überprüfungen, Rekonstruktion als erstes. Aber inwiefern ist das auch für die Zuschauenden interessant? Ändert es etwas an deinem Blick, wenn du weißt, das Stück hat es schon einmal gegeben? Von welcher künstlerischen Qualität, von welchem Output sprechen wir? Wir sprechen von einem Stück, das es schon gegeben hat, das ist aber nur mittelrelevant für die Zuschauenden. Das auszutarieren, sich selbst zu überprüfen, auch in der kulturpolitischen Forderung, Wiederaufführungen zu ermöglichen, fand ich bei diesem Diskurs sehr spannend. Wir waren gezwungen, aus der kulturpolitischen Blase herauszukommen und Wiederaufführungen nicht nur als Genre, sondern auch als eine andere Ökonomie zur überprüfen.

Wie wird es jetzt weitergehen für Euch? Was sind die nächsten Schritte?


Antje Pfundtner: Unsere Tischgesellschaft "Wieder da" haben wir ja seriell zerlegt in drei Sendeblocks, die sind komplett dokumentiert. Jetzt müssen wir sehen, was es an Resonanzen gibt. Außerdem gibt es ein konkretes Projekt zusammen mit dem Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf, unserem langjährigen Produktionspartner, das inhaltlich an diese Tischgesellschaft anschließt. Das FFT hat Ende 2020 seine bisherige Wirkungsstätte verlassen und wird demnächst in ein neues Haus umziehen. Sie sind jetzt in einer "Phase ohne Haus", zwischen den Räumen – sie haben die alten nicht mehr und die neuen noch nicht. Dafür haben Anne und ich in Zusammenarbeit mit dem FFT ein Format entworfen, die "Walks&Talks". Das ist ein inszenierter Spaziergang von jeweils einem/einer Künstler*in und einem/einer Zuschauer*in durch die Stadt, immer freitags. Insgesamt sind 100 solche Spaziergänge vorgesehen. Es gibt bestimmte, definierte Strecken dafür, die kann man sich aussuchen. Und der Spaziergang wird hinterher dokumentiert, nicht im Film, sondern eher schriftlich, auf Straßenkarten, und durch ein Foto. In den Gesprächen zwischen den beiden geht es um das Theater der Zukunft, aber auch um die Begegnung zwischen diesen beiden Menschen. Sie flanieren durch die Stadt, halten hier inne und dort und entwerfen so auch ein Bild dazu über ihre eigene Begegnung, wenn sie wieder stattfinden kann an dem neuen Ort.

Wolltet Ihr nicht auch die ganze Melancholie-Trilogie in Düsseldorf zeigen?

Antje Pfundtner:
Doch, aber gerade weil das FFT wusste, dass wir uns mit dem Thema Wiederaufführung beschäftigen, überlegte es als freies Theater, ob man nicht eine Pilotstruktur einführen könnte: Was ist, wenn eine freie Gruppe ein Stück mehrfach zeigt und nicht nur zu einem Gastspiel kommt? Dabei heraus kam, dass wir die Trilogie jetzt nicht in einem Rutsch zeigen, sondern vielleicht ein oder zwei Stücke davon regelmäßiger, und dass wir das auch als ein Experiment verstehen. Sie haben sich jetzt erstmal für "Alles auf Anfang" entschieden, weil dieses Stück ja eine Beteiligung von Zuschauer*innen fordert und so auch die "Walks&Talks" in ihrer Resonanz dort mit einfließen werden. Die Zuschauer*innen wandern in dem Stück dann real mit auf die Bühne. Einige werden sich dann hinsetzen und Zuschauer*innen sein, andere werden Kompliz*innen, das fließt ineinander. Das Ganze wollen wir dann erneut mit einem Diskurs begleiten und dementsprechend auch zu einer Tischgesellschaft in Düsseldorf einladen – der Antrag dafür ist gerade genehmigt worden, juhu!

Das Thema Wiederaufnahme ist ja doch ein größeres, oder?

Antje Pfundtner: Ja, die Wiederaufführungen sind ja eine alte Frage im Freien Theater, auch strukturell. Wollen wir das überhaupt? Es soll ja nicht als Repertoirebildung missverstanden werden, sondern sich gerade darin abgrenzen zu den Stadttheatern. Es geht um ganz andere Fragestellungen, deshalb auch die Frage nach der Nachhaltigkeit, nach dem Sinn, ständig immer nur Neues zu produzieren. Oder auch die Frage: Nimmst du anderen Kolleg*innen den Platz weg, wenn du ein Stück immer wieder zeigst?

Wie schlägt sich das jetzt in Düsseldorf nieder?

Antje Pfundtner:
Wir werden mehrere Termine haben, an denen "Alles auf Anfang" gezeigt wird. Und dann gibt es die Idee, dass das Vorhaben in dem letzten Solo "Sitzen ist eine gute Idee" mündet. Die Zuschauer*innen eröffnen nämlich in diesem Stück den Abend, und dann geht es über in eine "never ending story" und die Frage: Wofür steht man (überhaupt) wieder auf? Was ist die Motivation, ins Theater zu kommen, sich zu setzen, wofür sind wir gemeinsam aufgestanden, wofür haben wir uns erhoben ... Das ist für 2022 geplant. Mal sehen ...

Anne Kersting:
Ich finde es auch interessant zu schauen: Wozu veranlasst so ein Stück? Es ist ja nicht nur eine künstlerische Information oder Hervorbringung. Was ist ein Stück in seiner Langfristigkeit? Was ist die Kontextualisierung bei einer Wiederaufnahme, wie wird sich das auf die Form auswirken? Egal, was wir mit einem Stück tun, es wird nie wieder das sein, was es war. Der zeitliche Abstand zu dem Stück, somit die Erinnerungsarbeit, aber auch die Motivation, auf etwas zu bestehen – all das fließt mit hinein. Und das ist das Interessante an dem Begriff der Nachhaltigkeit: Wozu veranlasst ein Stück ab dem Moment, in dem du es wieder hochholst? Zu welchen Auseinandersetzungen, zu welchem Wissensaustausch, zu welchem Beharren? Nachhaltigkeit würde ich definieren als Frage: Was produziert sie jenseits des Stückes?

Ihr habt einen sehr speziellen Fond gegründet. Was ist die Idee dahinter?

Anne Kersting:
Dieser Fond ist ein Kunstprojekt. Es geht darum, in diesem Fond Geld zu kumulieren, monetäres Kapital, um es teilbar zu machen. Mit der Frage: Inwiefern ist es überhaupt teilbar, und wie können wir über den Nutzen und das Teilen dieses teilbaren Kapitals diskutieren? Gilt einzig Geld als teilbares Kapital, oder was könnten auch alternative Währungen sein? Wir brauchen das Geld als Anlass, um kollektives Konsumieren zu visionieren. Jeder Akt des Einzahlens ist eine Dokumentation dessen, was es bedeutet, es später zu teilen. Oder es liegenzulassen. Denn ja, es ist da, um vielleicht erst einmal zu ruhen, auch die Ideen ruhen. Wir wissen nicht, wann wir drangehen, vielleicht in ein paar Jahren oder gar nicht. Das Geld ist erstmals nicht an eine Verwendung gebunden, an keine Leistung, an kein Outcome. Es gibt keinen Druck, es zu verwenden und nachzuweisen, was wir damit gemacht haben. Es ist unser eigenes Geld. Also sind wir zeitlich und inhaltlich frei.

Im Herbst feiert Ihr 20-jähriges Jubiläum. Was plant Ihr da?


Antje Pfundtner: Wir wissen noch nicht, ob und wie wir das feiern können. Aber wir sind so emotionalisiert, dass wir eines ganz sicher wissen: Wir werden das nicht digital tun. Dann verschieben wir es lieber. Wir können und werden uns dann sicher ein schlaues Kunstprojekt ausdenken, mit dem wir diese 20 Jahre markieren. Aber wenn wir nicht Menschen um uns herum haben können, die uns lange begleitet haben oder Teil von uns sind, dann können wir kein Fest machen.

Anne Kersting:
Ein Jubiläum ist ein Geburtstag, kein Kunstprodukt. Wir werden natürlich eines daraus machen, weil wir es nie lassen können, daraus etwas zu inszenieren. Aber dennoch: Wenn es flachfällt, sich in einem geteilten Raum mit geteilter Zeit live zu treffen, dann frage ich mich, was wir eigentlich feiern? Wenn wir das digital machen würden, würden wir etwas mystifizieren und zum Denkmal machen, dann würde es zum Produkt. Und das wollen wir ganz sicher nicht. Das würde diesem Jubiläum nicht gerecht werden.


Hinweis: Am 20. Mai 2021 findet die Uraufführung der neuen Produktion "We Call it a House" auf Kampnagel als Stream statt. Weitere Aufführungen am 21., 22. und 23. Mai. Die freiwilligen Ticketeinnahmen werden an Sea-Watch e. V. (zivile Seenotrettung Deutschland) gespendet.

Veröffentlicht am 07.05.2021, von Annette Bopp in Homepage, Gallery, Leute, Themen

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Kommentare zu ""Wir müssen Förderung künftig umdenken i ..."



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