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BILDREICH

"Ballett - eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes"



Die Buchveröffentlichung der in England ausgebildeten, italienischen Tänzerin Viviana Durante ist eine vielseitige und abwechslungsreiche Zeitreise in die Welt des Tanzes.


  • "Ballett - Eine visuelle Reise durch die Geschichte des Tanzes" Foto © Verlag Dorling Kindersley

Mit dem großformatigen und aufwendig gestalteten Bildband auf 360 Seiten bereitet man nicht nur Ballettomanen, sondern auch Einsteiger*innen in die Welt des Balletts eine Freude. Dabei bieten die über 500 ausdrucksstarken Bilder einen inspirierenden Zugang zum Tanz in seiner Vielfalt; nicht nur kulturell und stilistisch, sondern sie beleuchten auf anschauliche Weise auch die historische Entwicklung des Tanzes. Zu Beginn stehen die „Anfänge des Balletts“ ab 1550 bis 1830 mit Lully, dann die Epoche des „Romantischen Balletts“ (1830-1860) mit Marie Taglioni bis hin zum „Klassischen Ballett“ (1860 - 1905) mit ihren Vertreter*innen Marius Petipa und Anna Pawlowa. Es folgen die Ära des „Modernen Balletts“ von 1905 bis 1945 mit Sergej Diaghilew und Isadora Duncan sowie das Zeitalter des „Internationalen Balletts“ von 1945-1975 mit George Balanchine und Rudolf Nurejew, um nur einige herausragende Persönlichkeiten zu nennen. Mit dem Kapitel „Ballett heute“ schließt die Chronik ab, nicht aber das Buch selbst. Denn es folgen noch lexikalische Anhänge mit Kurzbiografien von Tänzerinnen, Tänzern, Kompanien, Choreograf*innen und Komponist*innen. Diese stellen eine Art Kurzfassung des ‚Who is Who‘ in der Ballettwelt dar, mit Angaben über die bedeutendsten Ballette seit „Sheherazade“ bis in die Gegenwart. Was wären die Ballette ohne ihre Wirkungsstätten? Zu nennen wären die „Pariser Oper“, das „Royal Opera House“, das „Marinsky-Theater“, das „Bolshoi“ und das „Metropolitan Opera House“. Auch diese Lücke schließt dieses groß angelegte Ballettkompendium.

Die Herausgeberin dieses umfang- und bildreichen Tanzlexikons ist die in England ausgebildete, italienische Tänzerin Viviana Durante, wie auch die ausführliche Biografie in diesem informativen Bildband zeigt. Im Jahr 1988 wurde die damals 21-jährige Durante Erste Solistin im „Royal Ballet“, gastierte u.a. beim „American Ballet Theatre“ sowie an der „Mailänder Scala“. Darüber hinaus ist die diplomierte Tanzlehrerin seit 2019 künstlerische Leiterin der „English National Ballet School“ und auch als Choreografin tätig; im Jahr 2017 gründete sie ihre eigene „Viviana Durante Company“. Durantes breitgefächertes Wirken - tänzerisch wie pädagogisch - erlaubt es ihr, den Lesenden bzw. Betrachter*innen dieses facettenreichen und faszinierenden Bildbandes verschiedene Wege in die Welt des Balletts zu eröffnen. Dazu gehört auch die geniale wie durch Einfachheit bestechende Idee, die Handlung eines Balletts wie „Don Quijote“, „Schwanensee“ oder „Dornröschen“ optisch darzustellen. Hier werden Handlung und Tänze einander zugeordnet.

Wer mit den Ballettfachtermini unsicher ist, kann auf das Glossar am Ende des Buches zurückgreifen. Freunde des Balletts und kulturgeschichtlich Interessierte werden auf diesen vielschichtigen wie umfassenden Ballettband nicht verzichten wollen. Gerade junge Leute werden sicherlich von dieser visuellen und mitreißenden Reise durch die mannigfaltige Geschichte des Balletts begeistert sein. Bleibt zu hoffen, dass die Ballettbühnen bald wieder öffnen. Einen Blick hinter berühmte Tanzakademien zu werfen würde sich möglicherweise anbieten - vielleicht ein Thema für ein anderes Buchprojekt?

Veröffentlicht am 06.01.2021, von Sabine Kippenberg in Homepage, Tanzmedien

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Kommentare zu "Bildreich"



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