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KÜNSTLER*INNEN BALD WIEDER IN EXISTENZNOT

Allianz der Freien Künste kämpft um Hilfen



Ende Mai laufen die Corona-Soforthilfe-Fonds aus. Dann stehen Künstler*innen der Freien Szene erneut vor existenziellen Herausforderungen. Die Allianz der Freien Künste setzt sich vehement für bessere Regularien und eine Forsetzung der Hilfen ein.


  • "Cyclops“ von Zé de Paiva, Zé de Paiva und Nasheeka Nedsreal Foto © Dieter Hartwig
  • "Slave to the rhythm“ von Hermann Heisig: Hermann Heisig (v) & Pieter Ampe (h) Foto © Dieter Hartwig

Am 31.Mai 2020 endet die Bewerbungsfrist für die Corona-Soforthilfen des Bundes für Soloselbständige und Kleinstunternehmer. Doch aufgrund der zum Großteil weiterhin geschlossenen Theater und abgesagten Festivals stehen die Kunst- und Kulturschaffenden weiterhin vor existenziellen Herausforderungen. Darüber hinaus dürfen die aktuellen Fonds nicht für die Kosten zur Lebenshaltung genutzt werden, sondern nur für laufende Fixkosten. Das macht den Zugang für Künstler häufig sehr schwierig.

Die Allianz der Freien Künste, die 18 Bundesverbände aus dem Kunst- und Kulturbereich vereint, warnt eindringlich vor drastischen Konsequenzen für die berufliche Existenz tausender Kunst- und Kulturschaffender in ganz Deutschland, sollten die Corona-Soforthilfen des Bundes nach dem 31. Mai 2020 ersatzlos enden. Mit Ernüchterung wurde zur Kenntnis genommen, dass der von den Ländern Berlin und Bremen im Bundesrat eingebrachte Antrag zur Sicherung der Kunst-, Kultur- Kreativ und Medienlandschaft nicht entschieden und in die Ausschüsse verwiesen wurde.

Die AFK weist erneut darauf hin, dass bei den bestehenden Hilfsprogrammen dringender
Korrekturbedarf besteht. Dies wurde auch in dem in dieser Woche veröffentlichten Appell
zahlreicher Verbände mehrerer Kunstsparten ausführlich dargelegt: Die Soforthilfen des
Bundes für Soloselbstständige greifen vielfach nicht und das Sozialschutzpaket erschwert
unternehmerische Aktivitäten und Investitionen erheblich. Die Allianz der Freien Künste fordert Änderungen der Regularien, insbesondere die Anerkennung einer pauschalen Summe als betrieblich relevante Lebenshaltungskosten, die Anerkennung einmaliger Investitionen, ohne die für viele Soloselbständige eine Weiterführung der beruflichen Existenz nicht möglich ist, sowie die Schaffung von Rechtssicherheit und Transparenz bezüglich der Mittelverwendung.

Die Allianz der Freien Künste unterstützt darüber hinaus die Forderung des Deutschen Kulturrats nach einem Kulturinfrastrukturfonds. Mit Blick auf die Rückkehr zu einem kulturellen Leben schlägt die AFK außerdem die Einrichtung einer Taskforce vor. In beide Instrumente müssen unbedingt Vertreter*innen der Freien Künste einbezogen werden.

Veröffentlicht am 18.05.2020, von tanznetz.de Redaktion in Homepage, Kurznachrichten 2019/20

Dieser Artikel wurde 624 mal angesehen.



Kommentare zu "Künstler*innen bald wieder in Existenznot"



    • Kommentar am 22.05.2020 11:30 von Nina Sagemerten
      Für mich stellt sich die Frage: Kann Deutschland es sich leisten, die Kulturszene nicht zu unterstützen?

      Wir sind eine Kulturnation, dafür sind wir bekannt. Es ist Teil unseres Renommees im Ausland. Ein Staat, der nicht unterstützt, zeigt ein Verhalten in Bezug auf Kultur, das hinterfragt werden darf. Wie kultiviert sind die Entscheider/innen?



      Gerade die Freien Künste zeichnen sich in meinen Augen durch hohe intrinsische Motivation aus oder hat Ihnen jemals ein Berufsberater neben Altenpfleger, Ingenieur oder Arzt vorgeschlagen, in den Bereich Tanz zu gehen? Die, die in diesem Bereich frei arbeiten, sollten dafür geschätzt werden, dass sie ein hohes Maß an Engagement mitbringen. Es wurde oft kritisiert, den Gesundheitsbereich zu verschlanken und kurzsichtig wirtschaftlich zu betrachten - wieso sollte man es im Bereich Kultur tun? Gesellschaftlich gesehen profitieren wir als Wohlstandsland immens.

      Wie viel Schutz vor einem Virus ist sinnvoll und wie bald können wir wieder Kultur erleben?

      Ich hoffe, wir werden bald Ideen sehen, wie wir dieses Jahr eine neue kulturelle Vielfalt erleben können - die auch vom Staat unterstützt und gefördert wird. Wir haben genau jetzt die Chance für einen Neustart.

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