NEWS 2019/2020



München

CORONA-KRISE IN DER TANZPÄDGOGIK

Tanzpädagog*innen massiv in ihrer Existenz bedroht



Der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik warnt vor den gravierenden gesellschaftlichen Auswirkungen. Nach seiner Schätzung ist jede dritte Schule für künstlerischen Bühnentanz aufgrund der derzeitigen Situation akut in ihrer Existenz gefährdet.


  • 4. dancersconnect Konferenz, Netzwerk dancersconnect.de Foto © Sayaka Wakita

Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 und die darauffolgenden behördlichen Anordnungen bedrohen die Tanzpädagog*innen massiv in ihrer Existenz. In der Regel müssen sich die freiberuflich Unterrichtenden selbstständig versichern und werden auch nur für die gegebenen Stunden honoriert. Auch für die Schulbesitzer geht es um das Überleben, da bedingt durch die behördlichen Anordnungen grundsätzlich kein Anspruch auf Zahlung des Unterrichtshonorars besteht.

Denn führt man sich vor Augen, dass die genannten Berufsgruppen in der Regel keine Möglichkeit hatten Rücklagen zu bilden, da sie in den meisten Fällen – falls überhaupt – nur rudimentär abgesichert sind, erscheint die gegenwärtige Situation um so prekärer. Zwar werden mehr und mehr Online-Angebote geschnürt und angeboten, wodurch die Umsatzeinbußen begrenzt werden sollen, dies kann jedoch nicht den Präsenzunterricht vollumfänglich ersetzen. Darüber hinaus weiß momentan noch niemand,wie lange die kritische Situation andauern wird und wie sich die Prioritäten der Gesellschaft nach einem Lock-Down-Ende eventuell verschieben könnten.

Der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik warnt vor den gravierenden gesellschaftlichen Auswirkungen. Nach seiner Schätzung ist jede dritte Schule für künstlerischen Bühnentanz aufgrund der derzeitigen Situation akut in ihrer Existenz gefährdet. Als Folge könnte die flächendeckende künstlerische Vorausbildung, die wie die musikalische Vorausbildung in den Musikschulen, fester Bestandteil unserer Gesellschaft ist, nicht mehr aufrechterhalten werden - mit einschneidenden Auswirkungen auf die kulturelle Bildung einer ganzen Generation.

Die Tanzpädagog*innen sind für unsere kulturelle Vielfalt bedeutsam und sind deswegen systemrelevant. Auch wenn mit dem, von der Bundesregierung beschlossenen und im Eilverfahren sowie vom Bundestag wie auch vom Bundesrat verabschiedeten Hilfspaket die ersten Schritte bereits unternommen worden sind, fordert der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik die Länder und Gemeinden auf die Tanzpädagogen und Tanzpädagoginnen sowie ihre Existenzen zu sichern.

Veröffentlicht am 29.03.2020, von Pressetext in News 2019/2020, Homepage, Gallery

Dieser Artikel wurde 3194 mal angesehen.



Kommentare zu "Corona-Krise in der Tanzpädgogik"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung




    Ähnliche Beiträge

    TANZEN, BITTE!

    Offener Brief des Deutschen Berufsverbands für Tanzpädagogik e.V.

    Für die Öffnung der Tanzschulen plädiert der DBfT in seinem offenen Brief. Die Tanzschulen sieht er bestens gerüstet für die Herausforderungen der Pandemie und betont die negativen Folgen der Schließung für Kunst und Menschen.

    Veröffentlicht am 05.11.2020, von tanznetz.de Redaktion


     

    AKTUELLE KRITIKEN


    SZENEN AUS DEM STILLSTAND

    Kareth Schaffers neue Arbeit „Question of Belief“ als Livestream aus den Sophiensaelen
    Veröffentlicht am 12.04.2021, von Greta Haberer


    BLONDE PERÜCKEN

    Reut Shemesh präsentiert "Cobra Blonde", ein Projekt mit der Tanzgarde der Karnevalsfreunde der katholischen Jugend Düsseldorf am Tanzhaus NRW
    Veröffentlicht am 11.04.2021, von Gastbeitrag


    TRANSZENDENTAL OBDACHLOS ODER: MEIN HAUS IST NICHT DEIN HAUS

    Die Londoner Rambert Company gastiert mit dem Tanzfilm "Rooms" virtuell bei Tanz Köln
    Veröffentlicht am 11.04.2021, von Rico Stehfest



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    DANCE 2021

    Das (vorläufige) Festivalprogramm

    DANCE, das internationale Festival für zeitgenössischen Tanz der Landeshauptstadt München, zeigt vom 6. bis 16. Mai mit Vorstellungen und Beiträgen zu rund 20 internationalen Produktionen die breite Vielfalt und neuesten Entwicklungen des zeitgenössischen Tanzes.

    Veröffentlicht am 08.04.2021, von Pressetext

    LETZTE KOMMENTARE


    EIN SCHWERER VERLUST

    Ismael Ivo ist gestorben
    Veröffentlicht am 09.04.2021, von tanznetz.de Redaktion

    MEISTGELESEN (30 TAGE)


    EIN SCHWERER VERLUST

    Ismael Ivo ist gestorben

    Veröffentlicht am 09.04.2021, von tanznetz.de Redaktion


    DIE FRAGE, NICHT DIE ANTWORT

    Martin Schläpfer choreografiert „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms

    Veröffentlicht am 03.07.2011, von Angela Reinhardt


    VON DEN STARS LERNEN

    Die digitale „Dance Masterclass“ verrät Tricks und Kniffe

    Veröffentlicht am 20.03.2021, von Annette Bopp


    ZUR SPRACHE GEBRACHT

    Gedichtband „Kinder - Tanzgedichte“ erschienen

    Veröffentlicht am 11.01.2021, von Sabine Kippenberg


    BLONDE PERÜCKEN

    Reut Shemesh präsentiert "Cobra Blonde", ein Projekt mit der Tanzgarde der Karnevalsfreunde der katholischen Jugend Düsseldorf am Tanzhaus NRW

    Veröffentlicht am 11.04.2021, von Gastbeitrag



    BEI UNS IM SHOP