NEWS 2019/2020



Lüneburg

ETWAS FÜR HERZ UND HIRN

Feierliche Verleihung des ersten Kunstpreises der Hansestadt Lüneburg für Musik und Theater an Olaf Schmidt



Der Ballettdirektor und Choreograf des Lüneburger Theaters ist der erste Preisträger des neuen Kunstpreises.


  • Preisträger Olaf Schmidt (Mitte) mit Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Birte Schellmann, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Partnerschaft und Mitglied der Jury. Foto © Hans-Jürgen Wege

Zutiefst menschlich, außerordentlich humorvoll, herausfordernd und etwas für Herz und Hirn - so fasst Laudatorin Christina Schmidt die Inszenierungen zusammen, die Olaf Schmidt auf die Bühne bringt. Der Ballettdirektor und Choreograf des Lüneburger Theaters ist der erste Preisträger des neuen Kunstpreises der Hansestadt Lüneburg für Musik und Theater. Bei einer Feierstunde im Huldigungssaal des Rathauses wurde der Kunstpreis gestern (11. Dezember 2019) erstmals verliehen. "Neugier, Kreativität und Mut treiben dich an, mit jeder Produktion gehst du ein neues Wagnis ein", bescheinigte die Laudatorin, selbst Chefdramaturgin am Theater Regensburg, ihrem ehemaligen Arbeitskollegen.

Mit dem Kunstpreis will die Stadt künftig alle zwei Jahre einen Künstler oder eine Künstlerin bzw. einen Kulturschaffenden aus den Sparten Musik und Theater fördern. Mit der Vergabe an den Choreographen Schmidt prämiert das Kuratorium in diesem Jahr, wie es in der Begründung heißt, Schmidts großartiges Engagement für die künstlerisch-inhaltliche Weiterentwicklung des Theater Lüneburg, die damit verbundene Zielgruppenerweiterung und die Entwicklung von ausgezeichneten Musiktheaterinszenierungen. "Ihre Inszenierungen sind vom Publikum und den Medien gleichermaßen hochgelobt - zu Recht", sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge in Richtung des Preisträgers. "Olaf Schmidt hat es geschafft, die Menschen in Lüneburg für die Welt des Tanzes zu begeistern", so Mädge. Zugleich seien die Stücke von Olaf Schmidt weit über Lüneburgs Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Dabei wäre Olaf Schmidt fast Polizist geworden. Dann aber folgte er - auf Rat seines Grundschullehrers - doch seiner Leidenschaft für Tanz, Theater und Kunst. "Zum Glück", wie er heute sagt. "Für deinen Zuspruch möchte ich mich bedanken", sagte Olaf Schmidt in seiner Dankesrede zu seinem ehemaligen Lehrer, der extra für die Preisverleihung in Lüneburg angereist war. "Vor allem aber möchte ich mich bei meiner Company bedanken und für das große Vertrauen in mich", so Schmidt.

Seit der Spielzeit 2013/14 wirkt Schmidt am Theater Lüneburg. 1984 hatte er sich an der Ballettakademie Hans Vogel ausbilden lassen. Daneben arbeitete er als Tänzer und Schauspieler an der Freien Volksbühne Berlin. Er wirkte als Choreograph und Ballettdirektor an Theatern in Kaiserslautern, Karlsruhe, Regensburg. Neben der Theaterarbeit in Deutschland arbeitete er als Tänzer, Ballettmeister und Choreograph in Brasilien, London, China, Spanien und Italien.

Seit Beginn seiner Tätigkeit als Ballettdirektor in Lüneburg bis heute verzeichneten die Besucherzahlen in der Sparte Tanz eine Steigerung um 100 Prozent. Die Entscheidung für Schmidt fiel bei insgesamt drei eingereichten Vorschlägen mit einer sehr deutlichen Stimmenmehrheit aus. Zur Jury zählen die städtische Kulturreferentin Katrin Schmäl, die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Partnerschaft, Birte Schellmann sowie weitere Ausschussmitglieder, der Intendant der Theater Lüneburg GmbH, Hajo Fouquet, und der Leiter der Musikschule Lüneburg, Ulrich Petersen. Beratend gehörten dem Kuratorium in diesem Jahr Hans-Martin Koch, Kultur-Autor der Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Margit Weihe vom Theater e.novum und Axel Bornbusch von der Clubkulturwerke GmbH an.

Der Kunstpreis der Hansestadt Lüneburg für Musik und Theater 2019 ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro dotiert, das aus privaten Spenden bereitgestellt wird. Der Preis kann für Lebensleistungen oder als Förderpreis für Projekte vergeben werden. Der neue Kunstpreis, der Musik- und Theater-Schaffende hervorheben soll, ergänzt den bereits länger existierenden Dr.-Hedwig-Meyn-Preis, mit dem die Stadt Künstlerinnen und Künstler der Sparten Malerei, Grafik, Bildhauerei, Architektur, Dichtung und Schriftstellerei auszeichnen kann. Beide Preise werden im Wechsel vergeben.

Veröffentlicht am 16.12.2019, von Pressetext in News 2019/2020

Dieser Artikel wurde 1549 mal angesehen.



Kommentare zu "Etwas für Herz und Hirn"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung




    Ähnliche Beiträge

    SPRECHENDE KÖRPER IM RAUM

    "Room" – eine neue Kreation von Olaf Schmidt

    Während der Corona-Krise ein Ballett zu kreieren, ist eine besondere Herausforderung – dem Lüneburger Ballett und seinem Chef gelang ein besonderes Stück für diese besonderen Zeiten.

    Veröffentlicht am 16.10.2020, von Annette Bopp


    IM FARBEN- UND BEWEGUNGSRAUSCH

    Olaf Schmidts tänzerische Hommage an Caravaggio

    Der Lüneburger Ballettchef hat sich mit seiner jüngsten Kreation über den jungen Wilden unter den Renaissancemalern selbst übertroffen: "Caravaggio" ist ein Geniestreich und sollte in die nächste Spielzeit übernommen werden.

    Veröffentlicht am 09.03.2020, von Annette Bopp


    EIN GROßER WURF

    Olaf Schmidts Version von "Orpheus und Eurydike" als getanzte Oper am Theater Lüneburg setzt neue Maßstäbe

    Eine der schlüssigsten und pfiffigsten Adaptationen von Glucks zeitlosem Meisterwerk ist jetzt in Lüneburg zu sehen - als Mischung aus Oper und Ballett in einer von A bis Z überzeugenden Inszenierung

    Veröffentlicht am 25.09.2019, von Annette Bopp


    ZU VIELE BÄUME, ZU WENIG WALD

    "Der Zauberberg" als Tanztheater in Lüneburg

    Olaf Schmidt bringt Thomas Manns "Der Zauberberg" in Lüneburg als Tanztheater heraus. Wie im Buch bleibt vieles verrätselt, aber es wird wunderbar getanzt.

    Veröffentlicht am 20.01.2019, von Annette Bopp


    VOM FLIEHEN UND VERTRIEBENWERDEN

    „StadtRaumKlang“ am Theater Lüneburg

    Es war gewagt – und ein Gewinn auf ganzer Linie: Für das Projekt erarbeitete Ballettdirektor Olaf Schmidt eine bemerkenswerte Version von Strawinskys „Sacre du Printemps“ mit seinem Ensemble und acht freiwillig auftanzenden LüneburgerInnen.

    Veröffentlicht am 27.11.2018, von Annette Bopp


    MOZARTS SEELENTIEFEN EINFÜHLSAM ERGRÜNDET

    Olaf Schmidts „Amadé“ am Theater Lüneburg

    Ein spannendes und sensibel ausgelotetes Seelen-Portrait des großen Komponisten und ein Stück, dem eine ganz große Bühne gebührt.

    Veröffentlicht am 21.01.2018, von Annette Bopp


    SCHWANENSEE RELOADED

    „Laura oder Immer Ärger mit dem schwarzen Schwan“ von Olaf Schmidt in Lüneburg

    Ein Tanzabend von Olaf Schmidt am Theater Lüneburg mit mehr oder weniger ernstgemeinten Assoziationen an den zeitlosen Klassiker.

    Veröffentlicht am 25.05.2017, von Annette Bopp


    „DIE LIEBE BESIEGT ALLES“

    „Die Geschichte von Blanche und Marie“ von Olaf Schmidt beim Lüneburger Ballett

    Wie Olaf Schmidt das Verbindende dieser beiden Persönlichkeiten heraushebt, aber auch das Trennende, und wie sich über alles der Trost der unzerstörbaren Liebe legt, das ist schon sehr besonders.

    Veröffentlicht am 15.01.2017, von Annette Bopp


    IM STRUDEL DER RACHE DAS LICHT

    Olaf Schmidt choreografiert die „Orestie“ für das Ballett am Lüneburger Theater

    Feinste, tief durchdachte Tanzkunst, von jedem Einzelnen mit Hingabe und auf hohem Niveau dargestellt.

    Veröffentlicht am 30.01.2016, von Annette Bopp


     

    LEUTE AKTUELL


    „ICH FÜHLE MICH AUSGESPROCHEN GUT HIER“

    Richard Wherlock ist seit 20 Spielzeiten Ballettchef in Basel
    Veröffentlicht am 19.10.2020, von Volkmar Draeger


    SO STIRBT EINE PRIMABALLERINA

    Ein Nachruf auf Ludmilla Naranda
    Veröffentlicht am 11.10.2020, von Vesna Mlakar


    SIMONE SANDRONI BLEIBT IN BIELEFELD

    Choreograf Simone Sandroni verlängert seinen Vertrag bis 2022
    Veröffentlicht am 02.10.2020, von tanznetz.de Redaktion



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    STEPHAN HERWIG :: IN FELDERN

    Das neue Tanzstück von Stephan Herwig feiert am Donnerstag, 29. Oktober 2020, in München Premiere.

    Das differenzierte Zusammenspiel von Tanz, Raum und Licht prägt Stephan Herwigs Choreografien - für seine neue Arbeit ergänzt und bereichert durch ein Objekt mitten im Bühnenraum.

    Veröffentlicht am 11.09.2020, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    VORWÜRFE GEGEN TANZAUSBILDUNG

    Verdacht auf Missstände an der Staatlichen Ballettschule Berlin
    Veröffentlicht am 25.01.2020, von tanznetz.de Redaktion


    STAATLICHE BALLETTSCHULE BERLIN– KEIN ENDE IN SICHT

    Seyffert geht gegen Freistellung und Hausverbot vor. Bisher ohne Erfolg.
    Veröffentlicht am 19.05.2020, von tanznetz.de Redaktion


    STABEL WILL SCHULLEITER AN DER STAATLICHEN BALLETTSCHULE BERLIN BLEIBEN

    Der Gütetermin um freigestellten Ballettschuldirektor scheitert. Der Zwischenbericht der Untersuchungskommission sorgte vorab für kontroverse mediale Resonanz.
    Veröffentlicht am 12.05.2020, von tanznetz.de Redaktion

    MEISTGELESEN (7 TAGE)


    “IN DANCING WE NEED TO DEVELOP THE HEART AND THE HEAD"

    An interview with Primaballerina assoluta Violette Verdy

    Veröffentlicht am 12.09.2012, von Annette Bopp


    BALLETTWELT IM UMBRUCH

    Ein pädagogisches Konzept für die Münchner Ballett-Akademie

    Veröffentlicht am 20.10.2020, von Anna Beke


    SCHRITT FÜR SCHRITT

    Buchneuerscheinung: „Entwicklungsförderung durch Bewegung und Tanz"

    Veröffentlicht am 02.03.2020, von Sabine Kippenberg


    NIEMAND IST EINE INSEL

    Zum Tanzabend „My Island“ von Stephan Thoss in Mannheim

    Veröffentlicht am 24.10.2020, von Isabelle von Neumann-Cosel


    DEUTSCHER TANZPREIS 2020 FÜR RAIMUND HOGHE

    Preisverleihung mit internationalen Gästen und erstmals als Livestream

    Veröffentlicht am 18.10.2020, von Anna Beke



    BEI UNS IM SHOP