VORANKÜNDIGUNGEN



Berlin

GEOMETRISCHES BALLETT

Hommage á Oskar Schlemmer von Ursula Sax (DE)



Das Dresdner Ensemble bringt am 6./7.September 2019 in der Choreografie von Katja Erfurth das „Geometrische Ballett“ der Bildhauerin Ursula Sax als szenische Wiederaneignung mit Live-Musik im radialsystem Berlin zur Uraufführung.


  • Geometrisches Ballett Foto © A.Wirsig
  • Geometrisches Ballett Foto © A. Wirsig
  • Geometrisches Ballett Foto © A. Wirsig
  • Ursula Sax Foto © Matthias Bothor
  • Katja Erfurth Foto © Volker Metzler

Vor mehr als 10 Jahren - die nun wieder in Berlin ansässige Bildhauerin Ursula Sax und heutige Kunstpreisträgerin der Stadt Dresden war noch Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden - stellte Ursula Sax das Konzept und die Tanzskulpturen ihres „Geometrischen Balletts“ für eine Realisierung im Rahmen des damaligen Dresdner Festivals TANZHERBST vor. Es kam nicht zu einer Zusammenarbeit, das Interesse an der gegenseitigen Arbeit jedoch riss nicht ab. So fand sich auch gleich wieder eine gemeinsame Sprache, als ihr Berliner Galerist Semjon H. N. Semjon im Vorfeld des Bauhausjahres den Fokus neu darauf richtete und Möglichkeiten einer Wiederaufführung recherchierte. Als sich mit HELLERAU, dem Europäischen Zentrum der Künste Dresden ein gewichtiger Koproduktionspartner bot und auch die Kulturstiftung Sachsen Interesse an der Förderung einer solchen Arbeit zeigte, rückte 2019 die Möglichkeit einer frei produzierten Inszenierung in den Bereich des Machbaren.

Oskar Schlemmer und seinem berühmten "Triadischen Ballett" gewidmet, wurde das „Geometrische Ballett“ bereits 1991/1992 in Braunschweig auf einer Probebühne am Theater Braunschweig mit Student*innen - und an der Akademie der Künste Berlin in Ansätzen -aufgeführt. Es überschreitet die Grenzen zwischen Skulptur, Performance, Tanz, Theater und Musik und arbeitet auch mit Elementen der Straßenaktion. Die zugehörigen, im Original erhaltenen Tanzskulpturen und performativen Objekte nehmen in der Bildenden Kunst eine Sonderstellung ein und waren bereits einem Berliner Museum übereignet. Um sich in einem theaterspezifischen Probenprozess damit auseinandersetzen zu können, mussten die Originale für die neue Inszenierung in einem durch Crowdfunding finanzierten Prozess dupliziert werden. Ursula Sax (*1935) selbst ist durch ihre Ausbildung und ihr Schaffen eng mit der Bauhaus-Tradition verbunden. Mit über achtzig Jahren kann sie inzwischen auf ein breites Schaffen zurückblicken, das von Privatpersonen, Galeristen und Museen geschätzt und gesammelt wird. Was aber wäre der Grund für uns, die für die Bewegung im Raum konzipierten Luftkleider, Körpermasken und Körperpappen in einem professionellen Bühnenkontext neu zum Leben zu erwecken?

Es war die Chance, im ausgiebig gefeierten Bauhausjahr unsere eigene Begegnung mit dieser künstlerischen Tradition und insbesondere mit den theaterwirksamen Aspekten des Bauhauses zu erleben! Schnell ergaben sich Schwerpunkte für die inhaltliche Arbeit - das Verhältnis von Form und Raum sowie Skulptur und Bewegung zum Beispiel. Aber auch sehr zeitgemäße, in unsere aktuelle gesellschaftliche Realität reichende Themen wie Körper und Maske, Verhüllung und Individualität, Masse und Individuum, Abstand und Nähe oder Schutz und Durchlässigkeit. Emotional führte die Reise von sehr witzigen Momenten und Heiterkeit infolge der extremen Bewegungseinschränkungen zu starker körperlicher Belastung durch die kompakten Filzobjekte bis zu bedrückenden Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit den archaischen Grundtypen der Körpermasken. Eine besondere Rolle spielt in der Inszenierung dabei die Musik von Sascha Mock, die parallel zum szenischen Entstehungsprozess aus der Improvisation und Begleitung der Proben entsteht. Die enge Zusammenarbeit mit Live-Musikern und die daraus erwachsenden, intensiv gestalteten Klang- und Bewegungsräume sind ein Markenzeichen der künstlerischen Handschrift von Katja Erfurth, die sich als Choreographin intensiv mit den Traditionen des Ausdruckstanzes auseinandersetzte und vor einem Jahr mit „Resonanzen“ als Teil des TANZFONDSDS-Erbe-Projektes von Villa Wigman für TANZ e.V. selbst einen Maskentanz kreierte. Sie ist mit ihren Erfahrungen auch aus Schauspielinszenierungen geradezu prädestiniert, ein Ensemble von sehr unterschiedlichen Darsteller*innen - zwei Tänzerinnen, einem Schauspieler, einer Sängerin und einem Rhythmiker – zusammenzuführen und aus Tanz, Objektbewegung und Musik einen spannenden, für zeitgenössische Sehgewohnheiten wie Traditionen durchlässigen Stil, zu entwickeln.

Am 6./7.September 2019 nun bringt das Dresdner Ensemble in der Choreografie von Katja Erfurth das „Geometrische Ballett“ der Bildhauerin Ursula Sax als szenische Wiederaneignung mit Live-Musik im radialsystem Berlin zur Uraufführung. Gleich im Anschluss ist die Inszenierung zur Eröffnung des Bauhaus-Festivals nach Dessau eingeladen (11.9.), ist in einer eigens dafür geschaffenen Fassung auf der APPIA-Bühne im Festspielhaus Hellerau zu erleben (20./21.9.) und im Westbad Leipzig (18.10.) Weitere Gastspiele in Sachsen sind in Planung.


Aufführungen
06./07.09.2019 Uraufführung Radialsystem Berlin
11.09.2019 Gastspiel Bauhaus Festival Dessau
20./21.09.2019 Premiere Dresdner Fassung, HELLERAU – Europäisches Zentrum der
Künste auf der rekonstruierten Appia-Bühne
18.10.2019 Gastspiel Westbad Leipzig
07.11.2019 Gastspiel Theater SNE Bautzen
12.12.2019 Gastspiel Haus Schminke Löbau
08.01.2020 Gastspiel Theater Görlitz

Choreografie und Tanz Katja Erfurth
Musik Sascha Mock
Dramaturgie Isolde Matkey
Lichtdesign Ted Meier
Gesang und Performance Annette Jahns
Tanz und Performance Erik Brünner, Helena Fernandino, Jule Oeft, Liang Zhu
Gesamtleitung und Produktion tristan Production

www.werksax.de

Eine Produktion von tristan Production I Management I Event in Koproduktion mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste.
Initiiert durch Semjon H. N. Semjon, Semjon Contemporary
Gefördert durch das Sächsische Staatsministerium des Inneren und die Kulturstiftung Sachsen sowie die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz. „Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.“


Veröffentlicht am 05.08.2019, von Pressetext in Vorankündigungen

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