HOMEPAGE



Hamburg

MEISTERHAFTE FORMATIONEN

Gastspiel des Het Nationale Ballet der Niederlande in Hamburg



Im Rahmen der Balletttage: Vier Stücke von Hans van Manen waren anschauliche Beispiele für dessen meisterhafte Kunst, die TänzerInnen zu immer wieder neuen Formationen zu arrangieren.


  • Hans van Manen "Symfonieen der Nederlande", Het Nationale Ballet Foto © Kiran West
  • Hans van Manen "Symfonieen der Nederlande", Het Nationale Ballet Foto © Kiran West
  • Hans van Manen "Frank Bridge Variations", Het Nationale Ballet Foto © Kiran West
  • Hans van Manen "Sarcasmen", Igone de Jongh, Daniel Camargo Foto © Kiran West
  • Hans van Manen "Sarcasmen", Igone de Jongh, Daniel Camargo Foto © Kiran West
  • Hans van Manen "5 Tangos", Het Nationale Ballet Foto © Kiran West
  • Het Nationale Ballet, Hans van Manen Foto © Kiran West

Alljährlich lädt Hamburgs Ballettintendant John Neumeier für zwei Abende im Rahmen der Balletttage eine Gastkompanie ein. Dieses Jahr war es das Het Nationale Ballet der Niederlande. Vier Stücke von Hans van Manen, einem der wichtigsten niederländischen Choreografen des 20. Jahrhunderts, hatte das Ensemble im Gepäck und spannte damit einen Bogen über fast 30 Jahre seines Schaffens: „Frank Bridge Variations“ zur gleichnamigen Musik von Benjamin Britten aus dem Jahr 2005; die „Symphonieen der Nederlanden“ zur ebenfalls gleichnamigen Musik von Louis Andriessen aus 1987; „Sarcasmen“ nach den „Cinq Sarcasmes op. 17“ von Sergej Prokofjew (live am Flügel: Olga Khoziainova) aus 1981 (das übrigens auch schon einmal mit den beiden früheren Hamburger Ersten Solisten Ivan Liška und Chantal Lefèvre in Hamburg zu sehen war) sowie „5 Tangos“ zu Musik von Astor Piazzola aus dem Jahr 1977.

Alle vier Stücke waren anschauliche Beispiele dafür, wie kunstvoll sich Hans van Manen darauf versteht, die TänzerInnen zu immer wieder neuen Formationen zu arrangieren – schnörkellos und in sich stimmig. In dieser makellosen, fast seelenlosen Reinheit der Bewegung, ohne jedes Bühnenbild und dem oft redundanten Bewegungsvokabular hinterlässt das aber auch einen etwas sterilen, distanzierten Eindruck. Man schaut sich das gerne an – und fragt sich anschließend: Und nun?

Bei den „Frank Bridge Variations“ vereinigen sich fünf Paare zu kraftvollen episodenhaften Konstellationen, bei denen viel gelaufen wird, die Arme oft schräg nach oben gestreckt. Bei den „Symfonieen der Nederlanden“ marschiert die gesamte Kompanie – Männer wie Frauen – in fast militärischem Drill auf, der aber immer wieder von Ausreißern konterkariert und durchbrochen wird – das Ensemble zeigt hier eine bewundernswerte Einheitlichkeit in der Bewegung.

„Sarcasmen“ hat Witz und Esprit – ein Mann umgockelt eine Frau, die ihn mal an sich heranlässt, dann aber auch wieder vorführt und charmant abtropfen lässt. Igone de Jongh und Daniel Camargo tanzen das mit Verve und Humor.

Das älteste Stück des Abends sind die „5 Tangos“, bei denen sieben Paare die Höhen und Tiefen des Tangos geschmeidig ausloten, ohne in die typischen Tangohaltungen und -schritte zu verfallen. Mit am beeindruckendsten sind hier ein männliches Solo und ein Pas de deux für zwei Männer.

Das Hamburger Publikum war begeistert und feierte die Kompanie wie auch den in Kürze 87-jährigen Choreografen, der eigens für diese beiden Vorstellungen nach Hamburg gekommen war.

Veröffentlicht am 30.06.2019, von Annette Bopp in Homepage, Gallery, Kritiken 2018/2019

Dieser Artikel wurde 675 mal angesehen.



Kommentare zu "Meisterhafte Formationen "



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



     

    AKTUELLE KRITIKEN


    OPULENZ UND MAGIE

    Wiederaufnahme von John Neumeiers „Sommernachtstraum“ beim Hamburg Ballett
    Veröffentlicht am 17.09.2019, von Annette Bopp


    EINE EISKALTE WINTERREISE FEIERN

    Das Ballett Chemnitz zeigt Schuberts Zyklus
    Veröffentlicht am 09.09.2019, von Gastbeitrag


    LEBEN UND STERBEN FÜR DEN TANZ

    Abschluss des Festivals Tanztheater international in Hannover
    Veröffentlicht am 09.09.2019, von Andreas Berger



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    GEOMETRISCHES BALLETT

    Hommage á Oskar Schlemmer von Ursula Sax (DE)

    Das Dresdner Ensemble bringt am 6./7.September 2019 in der Choreografie von Katja Erfurth das „Geometrische Ballett“ der Bildhauerin Ursula Sax als szenische Wiederaneignung mit Live-Musik im radialsystem Berlin zur Uraufführung.

    Veröffentlicht am 05.08.2019, von Pressetext

    LETZTE KOMMENTARE


    ADOLPHE BINDER BEKOMMT AUCH IM BERUFUNGSVERFAHREN RECHT

    Neues in der Causa Tanztheater Wuppertal
    Veröffentlicht am 19.08.2019, von tanznetz.de Redaktion


    ENGAGEMENT VERLOREN

    Sergei Polunin nicht mehr im "Schwanensee" an der Pariser Oper
    Veröffentlicht am 15.01.2019, von tanznetz.de Redaktion


    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

    Der Primaballerina Lynn Seymour zum 80. Geburtstag
    Veröffentlicht am 06.03.2019, von tanznetz.de Redaktion

    MEISTGELESEN (7 TAGE)


    CHRISTIAN WATTY ÜBERNIMMT DIE EURO-SCENE LEIPZIG

    Ab 2021 wird der Düsseldorfer Festivaldirektor und künstlerischer Leiter des europäischen Theater- und Tanzfestivals

    Veröffentlicht am 12.09.2019, von Pressetext


    EINE EISKALTE WINTERREISE FEIERN

    Das Ballett Chemnitz zeigt Schuberts Zyklus

    Veröffentlicht am 09.09.2019, von Gastbeitrag


    IGOR ZELENSKY IM AMT BESTÄTIGT

    Der russische Tänzer bleibt bis 2026 Direktor des Bayerischen Staatsballetts

    Veröffentlicht am 11.09.2019, von Pressetext


    OPULENZ UND MAGIE

    Wiederaufnahme von John Neumeiers „Sommernachtstraum“ beim Hamburg Ballett

    Veröffentlicht am 17.09.2019, von Annette Bopp


    SCHWEIZER TANZPREIS 2019

    La Ribot erhält den Schweizer Grand Prix Tanz 2019

    Veröffentlicht am 12.09.2019, von Pressetext



    BEI UNS IM SHOP