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Regensburg

"DAS GROßE DANKE"

Yuki Mori – große Gefühle beim Abschied



Nach einer tollen letzten Vorstellung von „Gefährliche Liebschaften“ verabschiedeten Intendant, Publikum und KollegInnen den scheidenden Chefchoreografen und bedankten sich für sein siebenjähriges Wirken am Theater Regensburg.


  • Abschied von Yuki Mori Foto © Michael Scheiner
  • Abschied von Yuki Mori Foto © Michael Scheiner
  • Abschied von Yuki Mori Foto © Michael Scheiner
  • Abschied von Yuki Mori Foto © Michael Scheiner

Yuki Mori wird nach seiner Rückkehr in sein Heimatland einen neuen Trend setzen: Birkenstock statt der traditionellen japanischen Holzsandalen Geta. Nach einer großartigen letzten Vorstellung von „Gefährliche Liebschaften“ hat der scheidende Chefchoreograf von Intendant Jens Neundorff von Enzberg zum Abschied ein Paar dieser Gesundheitstreter geschenkt bekommen. Anfänglich guckte Mori noch ein wenig ungläubig, packte die Schuhe dann mit einem breiten Lächeln aus dem blauen Karton und zeigte sie freudestrahlend dem applaudierenden Publikum.

Neben der trendigen Fußbekleidung hatte der Intendant noch weitere Präsente in einem Umschlag dabei. Nach der Vorstellung war er zusammen mit Dramaturgin Christina Schmidt und Ballettmeister Christian Maier auf die Bühne gekommen, um 'seinem' künstlerischen Leiter der Tanzsparte zu danken. Vor einem dreiviertel Jahr hatte dieser öffentlich gemacht, dass er nach sieben Jahren sein Engagement aus persönlichen Gründen beenden und nach Japan zurückkehren wird. Auf diese mehrjährige gemeinsame Wegstrecke verwies Neundorff in seiner Rede, als er den künstlerischen Werdegang Moris mit „deinem letzten Tanz vor sieben Jahren in Mannheim“ beginnend skizzierte. Er, Mori, habe mit seiner künstlerischen Arbeit und der Entwicklung eines eigenen Stils „die hiesige Tanzszene nachhaltig geprägt“. In der langen Zeit habe er „eine Menge Pionierarbeit geleistet, von der sein Nachfolger bestimmt profitieren“ werde. Ein wenig pathetisch hob Neundorff hervor, dass „eine Ära zu Ende geht“, unterstrich damit allerdings auch die Bedeutung der Abschiedsfeier.

Noch weiter holte Christian Maier in seiner Dankesrede aus. Er verwies auf eine lange Zusammenarbeit mit Mori, der nach dem Abitur zielstrebig nach Hamburg gekommen war, um sich in der Ballettschule ausbilden zu lassen. Ihr gemeinsames Arbeiten habe schon 1998 begonnen, nur unterbrochen von einem einjährigen Aufenthalt Moris in Norwegen. Bei dessen erstem Engagement als Tänzer in Nürnberg habe ihr Miteinander begonnen, welches sie weiter nach Hannover, Wiesbaden und schließlich Regensburg geführt habe. Als sich Maier mit einer Umarmung bei seinem Tanzchef bedankte, brach ihm etwas die Stimme und er verdrückte sich in den Schatten der Kulissen.

Chefdramaturgin Christina Schmidt blieb es in ihrer warmherzigen Würdigung vorbehalten, die Verdienste und großen Erfolge Yuki Moris auch in beeindruckenden Zahlen und Fakten vorzustellen. Dazu gehörten „fünf Abendfüller, elf Einakter“, zahlreiche Choreografien für Opern, eine fürs Junge Theater und auswärtige Produktionen. Er habe neue Formate entwickelt und etabliert, sei „immer offen für andere Handschriften“ gewesen und habe befreundete und Gastchoreografen eingeladen und Themen mit ihnen entwickelt. Als summarisches Fazit ihrer langen Aufzählung gab sie ihm leutselig mit auf dem Weg: „Du hast's echt nicht schlecht gemacht!“ Mit dieser fast schon bayerisch anmutenden verbalen Umarmung konnte sich hörbar auch das Publikum voll identifizieren. Das verriet der starke Applaus, der von begeisterten Hoch- und Zurufen unterbrochen wurde und sich immer wieder entzündete.

Bereits direkt nach dem Schlussvorhang für die Vorstellung war beim nächsten Aufzug ein riesiges Transparent mit Sushi-Röllchen und einem Dankeschön entrollt worden. Orthografisch etwas verkehrt, wie Neundorff grinsend verriet, war auf dem Vorhang – auf japanisch – zu lesen: „Lieber Yuki, großer Dank!“ Dem schloß sich auch das Tanzensemble mit langanhaltendem, warmem Beifall und mehreren Aufzügen an. Während Mori den vielfachen Dank, die große Anerkennung und Würdigungen mit etwas Abstand bescheiden von der rechten Bühnenseite verfolgte, kam er bei seiner Erwiderung irgendwann ins Stocken. Er könne seine „Gefühle garnicht so richtig ausdrücken“, brach er seine Danksagung ab, dabei waren ihm diese deutlich anzumerken. „Hier steht der Yuki Mori, das große Danke“, brachte er noch zustande, bevor er sich wegdrehte, um seine Gefühlsüberwältigung nicht zeigen zu müssen.

Veröffentlicht am 16.06.2019, von Michael Scheiner in Homepage, Leute

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