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Chemnitz

BRÜCKEN SCHLAGEN

Das Tanz|Moderne|Tanz-Festival macht Chemnitz zur einzigartigen Bühne



Vom 19. bis 23. Juni treffen sich beim internationalen Tanz|Moderne|Tanz-Festival in Sachsten etliche Kompanien aus allen Teilen der Welt.


  • "Game Changer" vom Aura Dance Theatre Foto © Svetlana Batura
  • "Game Changer" vom Aura Dance Theatre Foto © Svetlana Batura
  • "#minaret" des Maqamat Dance Theatre Foto © Stephan Floss
  • "#minaret" des Maqamat Dance Theatre Foto © Stephan Floss
  • "Walls" der Compagnie Linga Foto © Michel Bovay
  • "Walls" der Compagnie Linga Foto © Michel Bovay
  • "Signifying Ghosts" der CocoonDance Company Foto © Martina De Dominicis
  • "Signifying Ghosts" der CocoonDance Company Foto © Martina De Dominicis

von Peggy Fritzsche

Wenn Sabrina Sadowska ruft, kommen sie alle. Und nun steht der sächsischen Stadt Chemnitz eine hochspannende Tanzwoche ins Haus. Kompanien und Gruppen aus Libanon, Südafrika, Mali, Litauen, Frankreich, Schweiz, Schweden und Deutschland treffen sich hier vom 19. bis 23. Juni. Neugier und Offenheit, Hoffnungen und Gefühle, aber auch Angst, Verunsicherung oder verlorene Identität: Gerade in Chemnitz soll der Tanz nun Brücken schlagen, Vorurteile überwinden. Mit der Kunst hinein in die Interkultur. Das aktuelle Zeitgeschehen, welches mal berührt, mal verstört, aber immer vorantreibt soll eine körperliche Präsenz erhalten.

Das Programm lässt Ballettfans staunen, denn jeder Abend glänzt mit einer besonderen Prägung und Einzigartigkeit. So gilt beispielsweise der Choreograf Omar Rajeh aus dem Libanon als einer der erfolgreichsten aus dem arabischen Raum. Sein Maqamat Dance Theatre wird das Festival mit "#minaret" eröffnen. Marco Cantalupo und Katarzyna Gdaniec bringen mit der schweizerischen Compagnie Linga und "Walls" eine deutsche Erstaufführung in die sächsische Stadt. „Beide Kompanien zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich dem aktuellen Thema der verlorenen Identität durch Zerstörung bedeutender kultureller Zeugnisse und Geschichte auseinandersetzen“, sagt Ballettdirektorin Sabrina Sadowska.

Workshops, ein Dance Battle, Open-Air-Aufführungen und sogar eine Fahrradtour machen die internationalen Gastspiele zum Erlebnis auch jenseits der Bühnen. Die Bühne ist die Stadt. Sabrina Sadowska weiter: „Für die Freunde des Tanzes im öffentlichen Raum bringen unsere KünstlerInnen aus Marseille, Ex Nihilo, eine erste Voraufführung nach Chemnitz. Wir sind zudem stolz darauf, dass das Ballett Chemnitz für das FRANCE DANSE-Programm ausgewählt wurde und mit Kaori Ito eine Premiere präsentieren kann.“ Die internationalen Gastspiele des Tanzes sollen berühren, faszinieren und inspirieren. Sie sollen Denkanstöße geben und Diskussionsstoff bieten. „Im Tanz überschreitet der Mensch die Grenzen seiner alltäglichen Bewegungen und verleiht dadurch seinen Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen eine tüchtige körperliche Präsenz“, schreibt die Schirmherrin und sächsische Staatsministerin Eva-Maria Stange in ihrem Grußwort. „Was im Tanz zum Ausdruck kommt, will uns ansprechen, fragen, verunsichern, einladen.“ Das wiederum setze Neugier und Offenheit voraus, auch gegenüber den eigenen Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen.

Es ist das fünfte Tanzfestival in Folge und fünf Tage lang wandelt sich Chemnitz dabei zur Welthauptstadt des Tanzes. Erstmals wird am Eröffnungstag ein Podiumsgespräch veranstaltet, bei dem Omar Rajeh (Libanon), Nelisiwe Xaba (Südafrika), Anne Le Batard und Jean-Antoine Bigot (Frankreich) und Sabrina Sadowska (Schweiz) mit Moderator Helge-Björn Meyer der Frage „Ist Tanz politisch?“ nachgehen. Gemeinsam mit dem Publikum soll ein Fest der Bewegung, der Erzählungen, der kreativen Höhenflüge und bildstarken Erlebnisse entstehen, das einer Kontinente übergreifenden, unvergesslichen Reise gleicht. Damit setzt das Festival selbstbewusst ein Ausrufezeichen hinter die Bewerbung von Chemnitz als weltoffene Kulturhauptstadt Europas 2025. So wird Chemnitz, das seit Jahrzehnten historische Umbrüche, Neuorientierungen und eine aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und Gegenwart durchlebt, zum Ort für einen lebendigen, internationalen kulturellen Dialog.

Veröffentlicht am 12.06.2019, von Gastbeitrag in Homepage, Tanz im Text

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