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Chemnitz

FÜR DIE ZUKUNFT AUF DIE SPITZE

Theater Chemnitz: Ballettdirektorin Sabrina Sadowska organisiert außergewöhnliche Benefiz-Gala



Fast 10.000 Euro ertanzten die Ballettkompanie aus Chemnitz und ihre Gäste. Die Stiftung TANZ - Transition Zentrum Deutschland sowie der Hospiz- und Palliativdienst Chemnitz dürfen sich freuen.


  • 6. Chemnitzer BallettBenefizGala Foto © Dieter Wuschanski
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Von Peggy Fritzsche

Vom ersten Strampeln im Bauch der Mutter bis zum letzten Heben und Senken des Brustkorbes: Das Leben ist Bewegung. Das Leben ist Tanz. Die Ballettkompanie der Städtischen Theater Chemnitz brachte ein außergewöhnliches Treffen auf die Bühne. Mehr als 60 TänzerInnen, zehn Ensembles, drei Ballettschulen: In einer Gala, auf die Füße gestellt durch die Chemnitzer Ballettdirektorin Sabrina Sadowska, holten sie Bewegung in zwei wichtige Themen – die Unterstützung Sterbenskranker und die Perspektiven ehemals Tanzender. Am Ende des Abends reckte die Chefchoreografin einen Scheck über fast zehntausend Euro in die Höhe. Von dem Geld profitieren nun fifty-fifty der Hospiz- und Palliativdienst Chemnitz und die Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland.

Es war ein einzigartiges Panorama deutscher Tanzkunst. Aus Thüringen und Trier, aus Gießen und aus Dresden, aus Prag und aus dem benachbarten Plauen-Zwickau waren die TänzerInnen für diesen einzigartigen Abend ins Chemnitzer Opernhaus gekommen. Nur wenige Stunden blieben, um die Choreografien zu einer fesselnden Gala zu komponieren. Alle Gewerke mussten ran. Licht an für Pas de deux und Ensemble-Leistung. Ton an für Klassik und Klezmer. Vorhang auf für Spitzentanz, Solo oder Swinging-Sixty-Steps. Keiner der Tanzenden holte sich danach eine Gage ab. Die Gala des deutschen und tschechischen Ballettkönnens zeigte beeindruckend die Breite, aber auch die Härte der Kunst. Hingabe, Leidenschaft, Knochenjob.

Die Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland wurde von der Chemnitzer Ballettdirektorin Sabrina Sadowska mitbegründet. Jeder Tänzer und jede Tänzerin weiß: Irgendwann ist es vorbei. Dann streikt der Körper. Dann bleiben Engagements aus. Dann sagt der Wille: Jetzt ist Zeit für etwas Neues. „In einem Alter, in dem in anderen Berufen erst richtig durchgestartet wird, müssen sich Balletttänzerinnen und -tänzer komplett neu orientieren“, weiß Sabrina Sadowska. Zweifel, Unsicherheit und große Leere schließen sich schnell ans Tänzerleben an. Und nun? Die Stiftung TANZ - Transition Zentrum Deutschland berät, unterstützt und begleitet Ehemalige in ihr neues Leben. Sie gibt Stipendien. Sie bietet Perspektiven. Zur Gala berichtete ein Tänzer darüber, wie er jetzt den theoretischen Teil seines Medizinstudiums mit der Ausrichtung auf die Orthopädie wuppen konnte. Finanz- und Motivationsspritzen kamen von der Stiftung TANZ. „Wenn TänzerInnen ihre aktive Karriere beenden, so nehmen sie ihre über Jahre trainierten Fähigkeiten mit in eine Gesellschaft, die immer mehr Wert legt auf Kreativität, Spontaneität, Disziplin und Ausdauer“, sagt John Neumeier, Tanzpapst und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. „Dieses Potenzial darf nicht ungenutzt bleiben. Fördern wir es mit all unseren Kräften. Und engagieren wir uns für unsere TänzerInnen, um uns auch für unsere Gesellschaft zu engagieren.“

Veröffentlicht am 16.05.2019, von Gastbeitrag in Homepage, Kritiken 2018/2019

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