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Berlin

SO MÖCHT' ICH TANZEN

Neuerscheinung von Jürgen Goewe



In seiner dritten Buchpublikation erinnert der Tanzpädagoge, Choreograf und Tanzmanager Jürgen Goewe seine Erlebnisse und Erfahrungen im künstlerischen Amateurtanzschaffen in der DDR und nach der politischen Wende in der BRD.


  • Neuerscheinung von Jürgen Goewe: So möcht' ich tanzen Foto © Cover: Carsten Wittig
  • Der Autor Jürgen Goewe Foto © Carsten Wittig

Geboren in Mecklenburg, erlernte Jürgen Goewe den Beruf eines Gärtners und frönte zugleich seiner Tanzleidenschaft in seiner Geburtsstadt Parchim. Von 1951 bis 1991, mit einer Unterbrechung von zwei Jahren, arbeitete der ausgebildete Tanzpädagoge und diplomierte Kultur- und Theaterwissenschaftler dreißig Jahre als künstlerisch-pädagogischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter für Tanz im Zentralhaus für Kulturarbeit Leipzig. Schwerpunkte seiner Arbeit waren „der Aufbau eines Systems für die Aus- und Weiterbildung der Leiter von Tanzgruppen, die Herausgabe methodischer Publikationen über Training und Ausbildung von Amateurtänzern und Choreografen sowie eine leitende Mitarbeit bei der Gestaltung der zentralen Tanzfeste der DDR in Rudolstadt“.

Jürgen Goewe gründete und leitete von 1967 bis 1991 das Tanzstudio, später Tanztheater der Deutschen Post bzw. das Leipziger Tanztheater e.V.. Mit Gleichgesinnten gründete er 1991 in Neustrelitz die Deutsche Tanzkompanie, Stiftung für traditionellen Tanz im Land Mecklenburg-Vorpommern, als professionelles Reiseensemble und war über zwölf Jahre ihr künstlerischer Direktor und Vorstandsvorsitzender.

Der Autor widmet sich in "So möcht' ich tanzen. Amateurbühnentanz. Erinnerungen und Erfahrungen" der historischen Entwicklung des künstlerischen Volksschaffens in der DDR und unterstreicht „Bildung, Kultur und Kunst in der gesellschaftlichen Praxis neu zu schaffen und breit zu verankern, wurde zur grundlegenden Aufgabe… Viele Menschen wurden aktiv in das gesellschaftliche Leben einbezogen. Kultur und Kunst für Alle war der Grundtenor“. Aus eigenem Mitgestalten resümiert Jürgen Goewe die strukturelle und inhaltliche Entfaltung des kulturellen Lebens in Schulen, Kulturhäusern und Tanzstudios. Die Begeisterung für den Tanz, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrer Freizeit oft in Zusammenarbeit mit professionellen Tanzpädagogen und Choreografen, Dramaturgen, Ausstatter und Musikern zu bemerkenswerten tänzerischen Ergebnissen und gemeinschaftlichen Erlebnissen führte, hat der Autor vielfach miterlebt und mitgestaltet.

Er beschreibt die Entwicklung des künstlerischen Volksschaffens und die Entwicklung des Amateurbühnentanzes im historischen Kontext. Auch die tänzerische Betätigung von Amateuren wurde durch Trägerbetriebe sowie die staatlichen und gewerkschaftlichen Kulturleitungen von Anfang an stark unterstützt. Vielen Werktätigen, Studenten und „insbesondere Kindern und Jugendlichen wurde für eine eigene künstlerische Tätigkeit und das Erleben von Kunst große Aufmerksamkeit geschenkt“. Seit 1955 entstanden republikweit Arbeitsgemeinschaften des künstlerischen Volksschaffens, so auch für Volks- und Laientanz, 1957 gegründet, ab 1966 inhaltlich neu bezogen auf Gesellschaftstanz, Folklore und Bühnentanz sowie seit 1970 die zentrale Arbeitsgemeinschaft Laienbühnentanz.

Freude am Tanzen ging einher mit einer qualitativen Verbesserung der Tanzbeiträge. Choreografen und Gruppenleiter beschäftigten sich immer intensiver mit „Fragen des choreografischen Schaffens zur Idee, Dramaturgie, Musik, Ausstattung und zur tänzerischen Interpretation“. Das war neu und ungewohnt, veränderte Seh- und Hörgewohnheiten und vor allem die Beziehung zwischen Bühne und Zuschauenden. Tanzgruppen spezialisierten und profilierten sich in Genres und Fachbereichen Deutsche Folklore, Ausländische Folklore, Zeitnahe Tänze und Tanztheater, Show- und Unterhaltungstänze und Kindertänze. Die Kreation von neuen Tänzen, Tanz-Programmen und die damit einhergehenden Fragen der Repertoirebildung rücken in den Fokus. Intensiv widmet sich Jürgen Goewe seinem Spezialgebiet der Aus- und Weiterbildung von Leitern der Bühnentanzgruppen sowie der Talentförderung.

Seit den 70er Jahren gab es neue Anreize und die Volkskunstgruppen wurden entsprechend ihrer Leistungen in Grund- Mittel- oder Oberstufe eingestuft und konnten somit Fördergelder von Veranstaltern für ihre Aufführungen erhalten. Die Spitzenensembles der DDR gestalteten jährlich bis zu fünfzig Vorstellungen, ihre tanzenden Akteure wurden dafür von den Betrieben freigestellt. Der Autor schreibt mit dem Wissen der aktiven Teilnahme und Mitgestaltung an Tanzfesten in Rudolstadt, Arbeiterfestspielen, Fachtagungen, internationalen Festivals, Leistungsvergleichen, Publikationen, seiner umfänglichen Juryarbeit und des vielgestaltigen kritischen und höchst lebendigen Austausches mit Kolleginnen und Kollegen. 1979 gab es 1200 Tanzgruppen mit rund 24000 tanzenden Jugendlichen und Erwachsenen. An Schulen (außerschulisch), Musikschulen und an Pionierhäusern gab es 1600 Kindertanzgruppen. Die Mitgliedschaft war kostenlos.

„Heute kann ich feststellen: In der DDR wurde ich ausgebildet und habe sehr erfolgreich für das künstlerische Tanzschaffen von Amateur- und Berufstänzern in der DDR und der BRD gearbeitet.“ Seine Erfahrungen möchte der erfahrene Tanzpraktiker und Netzwerker mit diesem Buch (illustriert mit vielen Schwarzweiß-Fotos von Aufführungen und Proben) an Tänzer, Tanzpädagogen, Choreografen und alle anderen interessierten Leser nicht nur im Amateurbereich weitergeben.

Das Buch erschien im Selbstverlag und kann beim Autor erworben werden: jgoewe@primacom.net

Veröffentlicht am 15.04.2019, von Karin Schmidt-Feister in Homepage, Tanzmedien

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