VORANKÜNDIGUNGEN



Nürnberg

BARISH KARADEMIR PRÄSENTIERT IM HERZEN DER GEWALT VON ÉDOUARD LOUIS

Premiere DO 2. MAI 2019, 20 Uhr in der Tafelhalle im KunstKulturQuartier



Eines Weihnachtsabends trifft der junge Franzose Édouard auf der Straße um 4 Uhr früh auf Reda. Sie kommen ins Gespräch und wenig später nimmt Édouard ihn mit in seine Pariser Einzimmerwohnung. Was zunächst als heißer Flirt beginnt, entwickelt sich zu einer dramatischen Nacht.


  • Édouard Louis: Im Herzen der Gewalt Foto © Ralf Lang
  • Édouard Louis: Im Herzen der Gewalt Foto © Ralf Lang
  • Édouard Louis: Im Herzen der Gewalt Foto © Ralf Lang
  • Im Herzen der Gewalt. von Édouard Louis Foto © Tafelhalle Nürnberg

Als Édouard nach fröhlich-ausgelassenen Stunden später entdeckt, dass sein Smartphone verschwunden ist, und Reda verdächtigt, holt dieser einen Revolver hervor. Die Situation schlägt schlagartig um in Bedrohung, Gewalt und Vergewaltigung.
Édouard wird zum Opfer von Redas Gewalt, Sohn algerischer Migranten und dessen Leben in Frankreich von Rassismus, Homophobie und Armut geprägt ist. Er bleibt zurück, alleine, mit der schmerzhaften Erinnerung an das Geschehene. In seiner Ratlosigkeit, wie er mit seinem Trauma umgehen soll, flieht er in die Provinz zu seiner Schwester Clara. Er erzählt seine Geschichten den Behörden und seiner Schwester. Im Kollektiv werden dort die Meinungen durch Vorurteile und Rassismus geschürt. Er erzählt so
lange, bis es nicht mehr seine Geschichte ist, sondern die der anderen. Eine kollektive, multiperspektivische Geschichte die gesellschaftlich tief verwurzelten Rassismus, Homophobie und Machtstrukturen enthüllt.
"Ich war zum Rassisten geworden. Der Rassismus, also, was ich immer als das meinem Wesen radikal Entgegengesetzte empfunden hatte, das absolut andere meiner selbst, erfüllte mich unvermittelt, ich war die anderen geworden."

Barish Karademir theatralisiert den gleichnamigen Roman von Édouard Louis in einem Stück, welcher in der Schaubühne Berlin in einer Fassung von Thomas Ostermeier, Florian Borchmeyer und Édouard Louis 2018 bereits aufgeführt wurde. Der aktuelle Star der französischen Literaturszene analysiert in seinem
Seite 2 von 2 autobiographischen Roman gesellschaftlich verdrängte Formen der Gewalt und
spielt mit den Erwartungen des Lesers. 2014 landete er mit seinem Debütroman „En finir avec Eddy Bellegueule“ einen Bestseller. Louis studiert und wohnt in Paris, seit 2016 lehrt er auch am Dartmouth College in den USA. "Ich möchte eine Literatur der Konfrontation, die es dem Leser verbietet, sich abzuwenden von der Wirklichkeit, in der er lebt." - Édouard Louis.

Barish Karademir ist Regisseur, Tänzer und Choreograf. Er wurde als Sohn singhalesisch-zypriotischer Eltern in Heidelberg geboren, studierte Ballett und nahm anschließend an internationalen Tanzprojekten teil. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte in Erlangen arbeitete er als Regieassistent in Berlin, Wien und Paris. Seit 2006 inszeniert er regelmäßig in der Tafelhalle Nürnberg (u.a. „Zersplittert“), einem Spiel- und Produktionsort für die freie Szene. Zuletzt dramatisiere er Michel Houllebecqs „Ausweitung der Kampfzone“ am Theater Ingolstadt.


REGIE Barish Karademir / REGIEASSISTENZ Simon Rein / BÜHNE, KOSTÜME André Schreiber / VIDEO Miho Kasama / SCHAUSPIEL Simon Rein, Ulrike Fischer, Lukas Kientzler, Florian Sumerauer, Zeynel Alkis/ TANZ Tatiana Diara, Kirill Berezowski, Charlotte Petersen

Karten für die Veranstaltung sind erhältlich unter tafelhalle.de sowie tel. unter 0911 231-4000 (Kultur Information)
Weitere Informationen: www.kunstkulturquartier.de

Eine Koproduktion mit der Tafelhalle im KunstKulturQuartier, unterstützt durch
Zuschüsse der Stadt Nürnberg.

Veröffentlicht am 11.04.2019, von Anzeige in Vorankündigungen

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