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Hamburg

GLANZVOLLE GALA

Mit Gaststars aus aller Welt feierte John Neumeier in der Hamburgischen Staatsoper seinen 80. Geburtstag



„The World of John Neumeier“ war die Benefiz-Gala überschrieben. Sie spielte 150.000 Euro für die Stiftung John Neumeier ein.


  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Schlussapplaus Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Leticia Pujol und Manuel Legris in "Sylvia" von John Neumeier Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Alessandra Ferri und KAren Azatyan in "Duse" von John Neumeier Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Roberto Bolle und Hélène Bouchet in "Orphues" von John Neumeier Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Dario Franconi in "Matthäus-Passion" von John Neumeier Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Olga Smirnova und Artem Ovcharenko in "Anna Karenina" von John Neumeier Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Sascha Riabko und Ivan Urban in "Opus 100" von John Neumeier Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Silvia Azzoni und Carsten Jung in "Was mir die Liebe erzählt" von John Neumeier Foto © Kiran West
  • "The World of John Neumeier" - Benefiz-Gala; Ensemble und John Neumeier in "Dritte Sinfonie von Gustav Mahler" von John Neumeier Foto © Kiran West

Es war ein rauschendes Tanzfest auf der Bühne, das sich betuchte HamburgerInnen bis zu 390 Euro pro Karte haben kosten lassen: „The World of John Neumeier“, ein Gala-Abend anlässlich des 80. Geburtstags, der einen Querschnitt durch das Schaffen des Hamburger Ballettintendanten bot. Bei Gastspielen im Ausland hatte er diese Gala schon mehrfach gezeigt, in Hamburg kam sie jetzt zum ersten Mal auf die Bühne. Die Einnahmen in Höhe von 150.000 Euro aus den erhöhten Preisen kamen der „Stiftung John Neumeier“ zugute. Sie verwaltet Neumeiers umfangreiche Sammlung aus der Welt des Tanzes, die auch die weltweit einzigartige Kollektion von Bildern, Skulpturen, Büchern und Grafiken zu den Ballets Russes und Vaslaw Nijinsky umfasst. Schon seit langem steht John Neumeier in Verhandlungen mit der Stadt Hamburg, um für diese Sammlung, die er derzeit in seinem eigenen Haus beherbergt, ein angemessenes Zuhause zu finden, das auch Raum für die große Bibliothek und das Archiv bietet. Ein Museum und ein wissenschaftliches Institut sollen so unter einem Dach vereint werden. Wer annahm, dass Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) jetzt anlässlich des runden Geburtstags Neumeiers etwas dazu verlautbaren würde, wurde enttäuscht. Seine dürren Worte zu Beginn der Gala bargen außer Larifari-Glückwünschen und „freundlichen Grüßen“ auch seitens der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft nichts Bemerkenswertes. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ...

Der Abend selbst begann fulminant mit standing ovations, als der Jubilar, im Outfit aus „Bernstein Dances“ – weißes Hemd, weiße Hose, locker gebundener schwarzer Schlips – vor den Vorhang trat. Die Oper erbebte unter dem Jubel des Publikums, und spontan brachten 1.680 Kehlen ein „Happy-Birthday“-Ständchen dar.

Vier Stunden lang führte John Neumeier – zuerst live, dann vom Band, über das auch die Musik eingespielt wurde – auf Englisch durch Choreografien aus den Jahrzehnten seines Schaffens. Nahtlos reihten sich die Ausschnitte aneinander, von „Bernstein Dances“ und „Shall We Dance?“ (für die ersten Anfänge im Steptanz: „That’s where I come from“) über „Yonderin“ und die „Kinderszenen“ von Robert Schumann (mit dem wunderbaren Christoph Eschenbach am Flügel) bis zum Solo des Petrus zu „Erbarme Dich, mein Gott“ aus der „Matthäus-Passion“ (das Dario Franconi beeindruckend gelang) und dem „Jauchzeit, frohlocket“ aus dem „Weihnachtsoratorium“. Nach der Pause dann Szenen aus „Nijinsky“ und anderen großen Neumeier-Werken. Wie ein alter ego des Ballettdirektors schritt sein Stellvertreter Lloyd Riggins, ebenfalls in schwarz-weiß, staunend von Szene zu Szene.

Die Highlights markierten an diesem Abend überwiegend die Gäste: Manuel Legris und Leticia Pujol tanzten zutiefst berührend den letzten Pas de Deux aus „Sylvia“; die absolut großartige Alessandra Ferri zeigte zusammen mit Karen Azatyan einen Pas de Deux aus „Duse“; Alina Cojocaru war eine leichtfüßig-bezaubernde Marie in „Nussknacker“; Roberto Bolle gestaltete zusammen mit der feminin-eleganten Hélène Bouchet einen Ausschnitt aus „Orpheus“. Mit am beeindruckendsten war jedoch ein Pas de Deux aus „Anna Karenina“ mit den Gästen Olga Smirnova und Artem Ovcharenko vom Bolschoi-Theater – hier wurde endlich einmal deutlich, was diese Choreografie zu bieten hat, und wie man sie tanzen muss! Umjubelt auch Sascha Riabko und Ivan Urban in „Opus 100“, das Neumeier für Maurice Béjart zu dessen 70. Geburtstag schuf. Der Abend schloss überaus stimmig mit Silvia Azzoni und Carsten Jung in „Was mir die Liebe erzählt“ und dem letzten Satz von Mahlers Dritter Sinfonie, dem Signaturstück des Hamburg Ballett, mit Neumeier selbst in der Schlussszene. Kurzum: Ein glanzvoller, facettenreichen Gala-Abend, der die große Kreativität des Hamburger Ballettintendanten einmal mehr unter Beweis stellte.

Veröffentlicht am 28.02.2019, von Annette Bopp in Homepage, Kritiken 2018/2019

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Kommentare zu "Glanzvolle Gala"



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