HOMEPAGE



London/Dresden

BALLETT DER SPITZENKLASSE

"Don Quixote" live aus London in den Kinos



Der Klassiker „Don Quixote“ in der Choreografie von Carlos Acosta lässt die Augen weit werden und die Herzen höher schlagen.


  • "Don Quixote" von Carloas Acosta nach Marius Petipa Foto © ROH Johan Persson
  • "Don Quixote" von Carloas Acosta nach Marius Petipa; Akane Takada Foto © Bill Cooper
  • "Don Quixote" von Carloas Acosta nach Marius Petipa Foto © ROH Johan Persson

Am Dienstag ist es wieder soweit. In Kinos in Deutschland gibt es in einer Liveübertragung aus dem Royal Opera House in London „Don Quixote“. Das Ballett zur Musik von Ludwig Minkus wurde vor 150 Jahren am Moskauer Bolshoi-Theater in der Choreografie von Marius Petipa, der auch das Libretto schuf, uraufgeführt. Zwar gab es schon früher Ballette nach Motiven des Romans „El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha“ von Miguel de Cervantes Saavedra über den Ritter von der traurigen Gestalt, seinen witzigen Kumpan Sancho Pansa und der schönen Dulcinea. Auch andere Komponisten, wie etwa Nicolas Nobokov für George Balanchine oder Leo Spies für Tatjana Gsovsky schufen Musik dazu, aber immer wieder widmen sich namhafte Choreografinnen und Choreografen der klassischen Vorlage von Minkus und Petipa. Und das ist gut so. Allerdings gelingt das nur, wenn dafür exzellente Tänzerinnen und Tänzer in den Solopartien, insbesondere in der der Kitri und der des Basil, ein ausdrucksstarker Charakterdarsteller für den Titelhelden und ein tanzender Witzbold für den Sancho Pansa zur Verfügung stehen. Enorm sind auch die Ansprüche an das Corps de ballet. Wo könnte das alles besser zusammenkommen als beim Royal Ballet in London.

Seit 2013 gibt es dort eine erfolgreiche choreografische Inszenierung des kubanischen Tänzers und Choreografen Carlos Acosta. Ja, eben dieser Carlos Acosta, dessen Weg der gerade so erfolgreiche und zutiefst berührende Film „Yuli“ von Icíar Bollaín nach dem Buch „Kein Weg zurück - Die Geschichte eines kubanischen Tänzers“ nachzeichnet. Carlos Acosta, der erste nicht weiße Romeo, war auch in seiner Fassung des Balletts „Don Quixote“ ein grandioser Basil. Er vermochte es in seiner Londoner Choreografie, auch dem Ritter von der traurigen Gestalt tragikomische Würde zu geben. Er ist es nämlich, dem durch einen gewitzten Trick die beiden jungen Liebenden, Kitri und Basil, ihr Glück verdanken, denn Kitris Vater hatte für seine Tochter einen reichen Deppen vorgesehen.

Acostas „Don Quixote“ lässt die Augen weit werden, die Herzen höher schlagen, insbesondere die turbulenten Straßenszenen haben feuriges Temperament. Die Melancholie der weißen Bilder des klassischen Balletts hat ihren Raum, wenn Don Quixote sich die schöne Kitri als Bild seiner Sehnsucht, eben jener Dulcinea, erträumt. Auf den Kampf mit den Flügeln der Windmühle wird auch nicht verzichtet. Wenn jetzt diese Choreografie live aus London in Dresden zu erleben sein wird, dann tanzen Akane Takada und Alexander Campbell die Partien der Kitri und des Basil. Martin Yates, der auch die Musik von Ludwig Minkus für diese Choreografie arrangiert und orchestriert hat, dirigiert das Orchester des Königlichen Opernhauses London.

„Don Quixote“ - live aus London im Kino, 19. Februar
Informationen: www.rohkinotickets.de

Veröffentlicht am 16.02.2019, von Boris Michael Gruhl in Homepage, Tanzmedien

Dieser Artikel wurde 1819 mal angesehen.



Kommentare zu "Ballett der Spitzenklasse"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



     

    LETZTE BEITRÄGE 'TANZ IM TEXT'


    KÖRPERFORSCHUNG

    Archivalie März: Die Arbeit von Isabelle Schad
    Veröffentlicht am 28.02.2020, von Gastbeitrag


    CINDERELLA

    Tanzabend von Mei Hong Lin feiert am 29. Februar 2020 am Landestheater Linz Premiere.
    Veröffentlicht am 27.02.2020, von Anzeige


    TÖDLICH ZERSTÖRTES VERTRAUEN

    Mauro de Candia choreografiert "Giselle" am Theater Osnabrück
    Veröffentlicht am 26.02.2020, von Gastbeitrag



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    INTERNATIONALE BALLETTGALA

    Initiiert von den Ballettfreunden des Staatstheaters Nürnberg e. V.

    Auch 2020 richtet der Förderverein „Ballettfreunde des Staatstheaters Nürnberg e. V.“ unter der Gesamtleitung von Ballettdirektor Goyo Montero die Internatio­nale Ballettgala aus.

    Veröffentlicht am 14.02.2020, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    VORWÜRFE GEGEN TANZAUSBILDUNG

    Verdacht auf Missstände an der Staatlichen Ballettschule Berlin
    Veröffentlicht am 25.01.2020, von tanznetz.de Redaktion


    KONSEQUENZEN IN BERLIN

    Gregor Seyffert und Ralf Stabel freigestellt
    Veröffentlicht am 18.02.2020, von tanznetz.de Redaktion


    VORZEITIGES ENDE AM STAATSBALLETT BERLIN

    Johannes Öhman und Sasha Waltz beenden ihre Intendanz zum Ende des Jahres
    Veröffentlicht am 22.01.2020, von Pressetext

    MEISTGELESEN (30 TAGE)


    VORWÜRFE GEGEN TANZAUSBILDUNG

    Verdacht auf Missstände an der Staatlichen Ballettschule Berlin

    Veröffentlicht am 25.01.2020, von tanznetz.de Redaktion


    BETTINA MASUCH BLEIBT AM TANZHAUS NRW

    Der Vertrag von Bettina Masuch wird um 18 Monate verlängert. Sie bleibt somit bis Ende der Spielzeit 2021/22 Intendantin des Tanzhaus NRW in Düsseldorf.

    Veröffentlicht am 06.02.2020, von tanznetz.de Redaktion


    DOCH KEINE RÜCKKEHR AUF DEN ALTEN POSTEN

    Tanztheater Pina Bausch in Wuppertal und Adolphe Binder haben sich geeinigt

    Veröffentlicht am 29.01.2020, von tanznetz.de Redaktion


    CLEARINGSTELLE FÜR BERLIN

    Neues zu den Vorwürfen an der Staatlichen Ballettschule Berlin

    Veröffentlicht am 30.01.2020, von tanznetz.de Redaktion


    KONSEQUENZEN IN BERLIN

    Gregor Seyffert und Ralf Stabel freigestellt

    Veröffentlicht am 18.02.2020, von tanznetz.de Redaktion



    BEI UNS IM SHOP