VORANKÜNDIGUNGEN



Nürnberg

ABOUT A SESSION

Ein Tanzstück von Anna Konjetzky Tafelhalle Nürnberg Mi 21. + Do 22. Nov 20 Uhr



ABOUT A SESSION unternimmt die Verschmelzung von sinnlichem Erleben und Analyse und ist so ein Nachdenken über und mit dem Körper. Kann die Reflektion oder das Reden über Erregung erregen, die sexuelle Phantasie der ZuschauerInnen stimulieren?


  • ABOUT A SESSION von Anna Konjetzky Foto © Gabriela Neeb
  • ABOUT A SESSION von Anna Konjetzky Foto © Gabriela Neeb
  • ABOUT A SESSION von Anna Konjetzky Foto © Gabriela Neeb

Der Begriff Session meint eine zeitlich begrenzte Zusammenkunft. Grenzen und Regeln werden gesetzt, gedehnt oder aufgehoben, um neue Erfahrungen und Erkenntnisse zu ermöglichen. Das neue Stück der in München lebenden Choreografin Anna Konjetzky setzt sich mit dem about – und der Session an sich auseinander. Distanziert-Sein und Involviert-Sein bilden keinen Widerspruch.

ABOUT A SESSION unternimmt die Verschmelzung von sinnlichem Erleben und Analyse und ist so ein Nachdenken über und mit dem Körper. Kann die Reflektion oder das Reden über Erregung erregen, die sexuelle Phantasie der ZuschauerInnen stimulieren?
Wie ist der Blick des Zuschauers auf die Tänzer? Welche Bewegungen, Worte, Blicke stimulieren? Welche Blicke sexualisieren den performenden Körper? Und welche Momente sexualisieren den anwesenden und guckenden Zuschauer?

Wie beim Surfen und Googeln im Internet wird etwas beiläufig durch Imaginationen oder Projektionen angeregt. Das wiederum eröffnet Möglichkeiten, ein Motiv zu verfolgen oder abzudriften. Elemente einer Lecture Performance tauchen auf. Die TänzerInnen befragen mit ihren Körpern das eigene Verhältnis von Lust und Erregung. Eine Stimme von außen beschreibt die Situation, beobachtet auch die Zuschauer, gibt Informationen, Anleitungen und Bilder, lässt das Geschehen im Video weiterführen, geht von dort zurück auf die Bühne und wird von den TänzerInnen für das Publikum in Bewegung übersetzt. Aus dem Widerspruch oder der Doppelung von Wort und Bild entstehen in den Köpfen der Zuschauenden eine Vielzahl die Bühne überlagernder Lust-Bilder. Im Nachdenken über und mit dem Körper greifen Analyse und sinnliches Erleben ineinander.

Trailer

Mehr Informationen:
www.kunstkulturquartier.de
www.annakonjetzky.com

Choreographie: Anna Konjetzky (www.annakonjetzky.com)
Tanz: Sahra Huby, Quindell Orton, Maxwell McCarthy, Victor Perez Armero
Musik: Sergej Maingardt
Video: René Liebert
Bühne: Hannes Hartmann und Leonie Mohr
Dramaturgie: Bastian Zimmermann
Produktion: Sabine Klötzer -– SISK


Seit 2005 kreiert Anna Konjetzky Tanzstücke und Tanz-Installation, die geprägt sind von einer sehr präsenten Auseinandersetzung und Gestaltung des Raums. Ihre Arbeit wurde u.a. bei Spielart, Dance, Tanzwerkstatt Europa, unidram Potsdam, Festival Danse Balsa Marni Bruxelles, in Luxembourg, Kampala, Nairobi, Hanoi, Istanbul, Gent, Nürnberg, Krakau, Warschau, Brasilien, Panama usw. gezeigt. Ihre Tanz-Installation Abdrücke wurde 2012 zur Tanzplattform Deutschland eingeladen.

Die Choreographin und Künstlerin studierte an der internationalen Körpertheaterschule Lassaad (Methode J. Lecoq) in Brüssel sowie zeitgenössischen Tanz und bodyweather in Brüssel und Berlin. Von 2005 bis 2008 arbeitete sie als Assistentin von Wanda Golonka am schauspielfrankfurt. 2006 erhielt sie das Tanzstipendium der Senatsverwaltung Berlin, für Germaine Acogny/Senegal. 2009 gewann sie den operare Wettbewerb der zeitgenössischen Oper Berlin 2009. Im Rahmen der Euro-Scene Leipzig 2009, gewann Elephantengedächtnis ein Solo für Sahra Huby, den 1. Preis des Wettbewerbs „Das beste deutsche Tanzsolo“.
2013 war Anna Konjetzky für den Georg Tabori Preis nominiert. 2014 erhält Anna Konjetzky den Förderpreis Tanz der Landeshauptstadt München. Aktuell wird wie von der Stadt München "optionsgefördert" und kreiert ihr Stücke seit 2014 in Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen.

ABOUT A SESSION beinhaltet Video- und Audiozitate von Pamela Anderson, John Berger, Judith Butler, Andrea Dworkin, Cindy Gallop, Scarlett Johansson, Colby Keller, Jane Langton, Jiz Lee und Adam Phillips.
Dieses Projekt ist eine Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen und wird ermöglicht durch das Kulturreferat der Stadt München, durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst, den Bezirk Oberbayern, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe sowie das Goethe Institut St. Petersburg.

Presse:
Süddeutsche Zeitung: 27.1. 2018 Rita Argauer
Akademische Intimität
(...) Die Falle der schlecht gespielten Zweisamkeit umgeht sie dabei jedoch schon im strukturellen Ansatz des Stücks. Indem sie es als „session“ bezeichnet, lenkt sie den Fokus weg von der fertigen Aufführung und stellt vielmehr den Entstehungsprozess in den Vordergrund. (...) Anna Konjetzky hat in ihr Stück ein paar solcher Brechtscher Distanzierungs-Tricks eingebaut, in denen der Zuschauer zwischen erklärter Realität und ausgestellter Künstlichkeit schwankt. Toll funktioniert das, wenn die Tänzer schon weit fortgeschritten sind in der Offenbarung ihrer Sex-Bewegungen, ihr Körper aber mit Kontaktmikrofonen versehen sind und so zu astreinen Sample-Pads werden: Rubbeln am, Hintern, ein Beat ertönt. Schlag auf die Brust, der Beat stoppt. Reiben am Bein, elektronisches Knistern erklingt und die Tänzer-Körper werden quasi zu masturbierenden Cyborgs. (...)

Veröffentlicht am 06.11.2018, von Anzeige in Vorankündigungen

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