VORANKÜNDIGUNGEN



Pforzheim

KÖRPER WIE SCHMUCK – SCHÖN, ZERSPLITTERT, STÄHLERN

Guido Markowitz und Damian Gmür kreieren ein neues Ballett für einen besonderen Ort in Pforzheim



Das Ballett Theater Pforzheim versinnbildlicht in „Perfekt unperfekt“ für das Schmuckmuseum Pforzheim die Rush Hour des Lebens und liefert atemberaubenden Tanz


  • Abraham Iglesias und Selene Martello_Schmuckmuseum Foto © Johannes Blattner
  • „Perfekt unperfekt“, Tanz: Dario Wilmington, Sophie Hauenherm, Ria Girard, Foto © Sabine Haymann
  • Elias Bäckebjörk_Schmuckmuseum Foto © Johannes Blattner
  • Ria Girard_Schmuckmuseum Foto © Johannes Blattner
  • Ensemble_Schmuckmuseum Foto © Johannes Blattner
  • Dario Wilmington_Schmuckmuseum Foto © Johannes Blattner

Tanz im Museum – das ist nichts anderes als die Feier einer intensiven Begegnung. Wenn schöne Körper, im Tanz ein flüchtiges und nicht zu haltendes Ereignis, sich in Räumen für die Ewigkeit entfalten, ist die Energie von Leben pur zu spüren. Erstmals verbindet das einzigartige Schmuckmuseum Pforzheim nun seine Räume mit dem Tanz.
Unter dem ironischen Titel „Perfekt unperfekt“ entwerfen Guido Markowitz, Direktor des Ballett Theater Pforzheim, und Choreograph und Stellvertreter Damian Gmür zum Saisonauftakt im berühmten Reuchlinhaus des Architekten Manfred Lehmbruck im Zentrum der Goldstadt eine mehrteilige, physisch atemberaubende Performance. In der Tiefe verhandelt die Inszenierung aktuelle Themen der Zeit: Narzissmus, die Erfahrung von Schnellebigkeit und die Frage nach authentischem Leben.

Verheißungsvoll leuchten in den Kuben die Kästen mit den Kostbarkeiten aus 5000 Jahren Menschheitsgeschichte. Sich tief in die Augen schauend und zum Absprung bereit berühren die Tänzerinnen und Tänzer die rechteckigen Festungen mit den Schätzen bevor sie fallen und hart wie Stahl wieder auferstehen. Tänzer schauen anders in die Welt. Johannes Blattner, Tänzer am Theater Pforzheim, hat diese Bilder und weitere aus dem Probenprozess mit seiner Kamera eingefangen. Im Untergeschoss verwandelt sich die Halle mit den bodenlangen Fenstern in eine Arena für jene die zersplittern und doch überleben. Immer wieder zeigen ihre Körper neue Bilder vom Körper. Transformationen werden raumgreifend. Unter ihnen: Die gehbehinderte Tänzerin Sophie Hauenherm, Absolventin der Palucca Hochschule für Tanz, die in Pforzheim ihr erstes Gast-Engagement angeboten hat. Sie zeigt, dass Tanz auch anders geht. Oder dass Tanz nicht anders sein muss. Wer hat noch den Mut anders zu sein? Wer zeigt sich verletzbar wenn das Gebot der Stunde ist, schön zu sein, durchzuhalten, präsent zu sein? Markowitz und Gmürs komplexe, hochdynamische Choreografie nähert sich in facettenreichen Schlaglichtern der (versteckten) Schönheit des Unperfekten, die uns zu dem macht, was wir sind: einzigartige Individuen. »Schmuck symbolisiert Verbindung und Ewigkeit, und ist gleichzeitig zerbrechlich. Er erzählt von der Verletzbarkeit des Menschen. Diese Spannungsfelder interessieren uns,« so die Choreographen.

Es ist bereits die vierte Produktion, deren choreographische Autorenschaft sich Guido Markowitz und Damian Gmür teilen und ihre zweite gemeinsame am Theater Pforzheim. Mit „Perfekt unperfekt“ im Schmuckmuseum setzt Ballettdirektor Markowitz seine vor drei Jahren begonnene Serie fort, Produktionen an ungewöhnlichen Orten in Stadt und Region zu platzieren. Frühere Spielorte bildeten die Schloss- und Stiftskirche St. Michael sowie das Emma-Jaeger-Bad.

„Perfekt Unperfekt“
Ballettabend von Guido Markowitz und Damian Gmür im Schmuckmuseum

Es tanzen: Elias Bäckebjörk, Stella Covi, Leon Damm, Ria Girard, Sophie Hauenherm(a.G.), Abraham Iglesias, Julián Montero Lazzaro, Selene Martello, Eleonora Pennacchini, Alba Valenciano, Evi van Wieren und Dario Wilmington

Musik/Sounddesign: Fabian Schulz
Kostümbild: Katharina Andes
Fotos: Johannes Blattner

Premiere: So, 11. November um 20 Uhr, Schmuckmuseum

Weitere Vorstellungen:
Sa, 17.11., So, 1., und Mo, 2.12.2018, jeweils 20 Uhr.

Karten gibt es für 15 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter
Tel. 0 72 31/39-24 40, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und auf www.theater-pforzheim.de

Die Produktion wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Veröffentlicht am 05.11.2018, von Anzeige in Vorankündigungen

Dieser Artikel wurde 962 mal angesehen.



Kommentare zu "KÖRPER WIE SCHMUCK – schön, zersplittert, stä ..."



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



     

    LETZTE BEITRÄGE 'TANZ IM TEXT'


    TANZ 31: CARMEN.MAQUIA

    Gustavo Ramírez Sansano ist zurück in Luzern und bringt eine Neufassung seines grossen Erfolgs «CARMEN.maquia» mit.
    Veröffentlicht am 17.09.2019, von Anzeige


    OPULENZ UND MAGIE

    Wiederaufnahme von John Neumeiers „Sommernachtstraum“ beim Hamburg Ballett
    Veröffentlicht am 17.09.2019, von Annette Bopp


    REBELLEN (UA)

    Tanzabend von Asun Noales, Tarek Assam und Jörg Mannes Musik von Steve Reich, Dmitri Schostakowitsch und Igor Strawinsky
    Veröffentlicht am 17.09.2019, von Anzeige



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    CREATING DANCE IN ART AND EDUCATION – TANZPÄDAGOGIK UND CHOREOGRAFIE

    Berufsbegleitende Weiterbildung der TanzTangente Berlin in Kooperation mit dem Berlin Career College der Universität der Künste Berlin startet mit neuen Partnern die neue Bewerbungsrunde. Anmeldefrist ist der 1. November 2019

    In dieser Weiterbildung können TänzerInnen und Menschen mit fundierter Bewegungserfahrung Methoden erlernen, um tanzpädagogische Projekte in unterschiedlichsten Kontexten zu leiten und den Tanz in all seiner Vielfalt an Laien jeden Alters zu vermitteln.

    Veröffentlicht am 11.06.2019, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    ADOLPHE BINDER BEKOMMT AUCH IM BERUFUNGSVERFAHREN RECHT

    Neues in der Causa Tanztheater Wuppertal
    Veröffentlicht am 19.08.2019, von tanznetz.de Redaktion


    ENGAGEMENT VERLOREN

    Sergei Polunin nicht mehr im "Schwanensee" an der Pariser Oper
    Veröffentlicht am 15.01.2019, von tanznetz.de Redaktion


    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

    Der Primaballerina Lynn Seymour zum 80. Geburtstag
    Veröffentlicht am 06.03.2019, von tanznetz.de Redaktion

    MEISTGELESEN (7 TAGE)


    EINE EISKALTE WINTERREISE FEIERN

    Das Ballett Chemnitz zeigt Schuberts Zyklus

    Veröffentlicht am 09.09.2019, von Gastbeitrag


    IGOR ZELENSKY IM AMT BESTÄTIGT

    Der russische Tänzer bleibt bis 2026 Direktor des Bayerischen Staatsballetts

    Veröffentlicht am 11.09.2019, von Pressetext


    CHRISTIAN WATTY ÜBERNIMMT DIE EURO-SCENE LEIPZIG

    Ab 2021 wird der Düsseldorfer Festivaldirektor und künstlerischer Leiter des europäischen Theater- und Tanzfestivals

    Veröffentlicht am 12.09.2019, von Pressetext


    LEBEN UND STERBEN FÜR DEN TANZ

    Abschluss des Festivals Tanztheater international in Hannover

    Veröffentlicht am 09.09.2019, von Andreas Berger


    BIZARRE STOFFOBJEKTE

    Fotoblog von Dieter Hartwig

    Veröffentlicht am 09.09.2019, von Dieter Hartwig



    BEI UNS IM SHOP