THEMEN



Dresden

I PLAY D(E)AD

Eine Solo-Tanzperformance von Wagner Moreira



„I PLAY D(E)AD“ möchte im Tanzen das Sterben lernen, aber nicht ohne das Leben zu feiern.


  • I PLAY D(E)AD Foto © Uwe E. Nimmrichter
  • I PLAY D(E)AD Foto © Uwe E. Nimmrichter
  • I PLAY D(E)AD Foto © Uwe E. Nimmrichter

Von Uwe E. Nimmrichter

„I PLAY D(E)AD“ möchte im Tanzen das Sterben lernen, aber nicht ohne das Leben zu feiern.
Im emotionalen Spagat zwischen dem Tod des Vaters und dem eigenen Sterbenlernenwollen eröffnet Wagner Moreira in seinem Solo ein poetisches Szenar über Pietät und Demut, Mut, Entschlossenheit und Lebensfreude und streift en passant die großen philosophischen Fragen unseres Lebens. Dabei beweist er angesichts der allgegenwärtigen Rätsel die überwältigende Kraft der Kunst.

Im achtzehnten Jahr nach dem Freitod des eigenen Vaters feiert Wagner Moreira 25 Jahre Tanz-karriere und obendrein seinen 40. Geburtstag. Die Koinzidenz dieser Ereignisse ist Anlass, um sich genau jetzt mit Leichtigkeit und Nachdenklichkeit zugleich in einem Solo dem mitunter selbstauferlegten Tabu des Freitods zu stellen, vor allem aber dem Feiern und Auskosten des Augenblicks einen Platz einzuräumen. Eine Geburtstagsfeier durch und durch bis ganz zum Schluss. Wagner Moreira erläutert nicht, will mit seiner Performance nicht erklären oder rechtfertigen. Jedem Zuschauer überlässt er es selbst und gibt Raum für Gefühle und Gedanken, die sich mit diesem schwierigen Thema verbinden. Dabei schafft er es in beeindruckender Weise die unterschiedlichen emotionalen Ebenen, Geburtstag, Feiern, Leiden und eben auch Tod zu vereinen. Teilweise spielerisch bindet er das Publikum in sein Stück ein, was eine zusätzliche Ebene schafft und die Distanz zwischen Künstler und Zuschauer auflöst.

„Durch so viele Rätsel und Fragestellungen, die objektiv, logisch und sozial nicht beantwortet werden können, bleibt mir mein Tanz als Mittel der Hinterfragung und des philosophischen Denkens und Mich-Bewegens. Solange ich mich für das Leben entscheide, bewege ich mich, tanze ich, denke ich - und existiere deshalb auch nur so.“, sagt Wagner Moreira und gibt damit zugleich sein eigenes Lebensmotto wieder, das in seiner Performance durch und durch zu erkennen ist.

Aus Anlass des „Yellow September“, der in vielen Ländern weltweit als besonderer Monat der Suizid-Prävention begangen wird, bietet „I PLAY D(E)AD“ Gelegenheit, sich dem unausweichlichen und dennoch/deshalb tabuisierten Thema „Tod“ zu widmen. Durch die vielfältigen Facetten in der Gestaltung bietet „I PLAY D(E)AD“ einem breiten Publikum verschiedene Zugangsmöglichkeiten und bleibt trotzdem vor allem das sensible Portrait eines Künstlers und seiner künstlerischen Möglichkeiten in der Begegnung mit dem Unaussprechlichen.

Die Uraufführung ist am Freitag, 29. September 2017, 20 Uhr, im projekttheater Dresden, Louisenstraße 47, 01099 Dresden. Eine weitere Vorstellung mit anschließender Podiumsdiskussion gibt es am Samstag, 30.09.2017, ebenfalls 20 Uhr. An diesem Abend wird auch ein Gebärdensprachdolmetscher anwesend sein.

Tickets sind unter kartenbestellung@projekttheater.de sowie telefonisch unter 0351/8107600 erhältlich. VVK-Preis 13 € / 8 €, Abendkassenzuschlag 2 €.

Veröffentlicht am 27.09.2017, von Gastbeitrag in Themen

Dieser Artikel wurde 1347 mal angesehen.



Kommentare zu "I PLAY D(E)AD"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



     

    AKTUELLE NEWS


    TO WHOM IT MAY CONCERN

    Adolphe Binder reagiert in einem offenen Brief auf ihre Entlassung
    Veröffentlicht am 14.07.2018, von tanznetz.de Redaktion


    ESKALATION AM TANZTHEATER WUPPERTAL

    Intendantin Adolphe Binder entlassen, Geschäftsführer Dirk Hesse hört zum Jahresende ebenfalls auf
    Veröffentlicht am 13.07.2018, von tanznetz.de Redaktion


    JURY DER TANZPLATTFORM STEHT

    Die Auswahl für 2020 kann beginnen
    Veröffentlicht am 05.07.2018, von tanznetz.de Redaktion



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    ROMÉO ET JULIETTE

    Roméo et Juliette von Sasha Waltz wieder an der Deutschen Oper Berlin zu sehen.

    »Roméo et Juliette« ist die erste Arbeit von Sasha Waltz, die sie für ein großes Ballettensemble schuf.

    Veröffentlicht am 29.05.2018, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    EIN WÜRDIGER AUFTAKT ZUM CRANKO-FEST

    „Onegin“ beim Bayerischen Staatballett
    Veröffentlicht am 07.02.2018, von Karl-Peter Fürst


    LETZTER WALZER IN STUTTGART

    Alicia Amatriain tanzte 2003 in „Lulu“ die Titelrolle – und jetzt erneut 2018
    Veröffentlicht am 18.06.2018, von Marlies Strech


    MOSAIK DER BEWEGUNG

    Richard Siegals Ballet of Difference mit "On Body" in der Münchner Muffathalle
    Veröffentlicht am 05.03.2018, von Miriam Althammer

    MEISTGELESEN (7 TAGE)


    TO WHOM IT MAY CONCERN

    Adolphe Binder reagiert in einem offenen Brief auf ihre Entlassung

    Veröffentlicht am 14.07.2018, von tanznetz.de Redaktion


    ESKALATION AM TANZTHEATER WUPPERTAL

    Intendantin Adolphe Binder entlassen, Geschäftsführer Dirk Hesse hört zum Jahresende ebenfalls auf

    Veröffentlicht am 13.07.2018, von tanznetz.de Redaktion


    TANZ DER EINSAMKEIT

    "La Strada" im Gärtnerplatztheater München

    Veröffentlicht am 15.07.2018, von Boris Michael Gruhl


    GRANDIOSER AUFTAKT

    Die Kibbutz Dance Company 2 eröffnet das Münchner Festival THINK BIG! für junges Publikum im Muffatwerk

    Veröffentlicht am 14.07.2018, von Boris Michael Gruhl


    UNTER „RIVERS“ GURGELT DIE DONAU

    Regensburger "CiRR – Choreographers in Residence Program"

    Veröffentlicht am 16.07.2018, von Michael Scheiner



    BEI UNS IM SHOP