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Hamburg

FURIOSES SPEKTAKEL

Kampnagel zeigt in der K6 „Break the Tango“, ein Stück, das modernen Elektro-Tango mit Breakdance auf höchstem Niveau vereint



Der ehemalige Tango-Weltmeister German Cornejo kreiert einen Abend, der temporeich, dynamisch, eingängig, aber nie kitschig ist.


  • "Break the Tango" von German Cornejo Foto © René Tanner
  • "Break the Tango" von German Cornejo Foto © René Tanner
  • "Break the Tango" von German Cornejo Foto © René Tanner
  • "Break the Tango" von German Cornejo Foto © René Tanner
  • "Break the Tango" von German Cornejo Foto © René Tanner

Tango und Breakdance? Geht das zusammen? Um es vorwegzunehmen: Es geht ganz wunderbar. Derzeit zu bestaunen in der Hamburger Kampnagelfabrik mit fünf Breakdancern und vier exzellenten Tango-Paaren, darunter die früheren Tango-Weltmeister German Cornejo (der auch für die Gesamtchoreografie des Abends verantwortlich zeichnet) und Gisela Galeassi sowie Ezequiel Lopez und Camila Alegre.

Zu Beginn erstmal Musik vom Band: Ein Tango-Paar schiebt sich vor dem Vorhang von der Seite mit einem langgezogenen Ausfallschritt auf die Bühne. Straßenszenen und Tangocafé-Momente werden in schwarz-weiß auf eine Leinwand projiziert. Plötzlich entern von der anderen Seite die Breakdancer die Szenerie und wirbeln mit ihrer halsbrecherischen Virtuosität alles durcheinander. Nie aggressiv, sondern einfach nur mit einer überschäumenden Lebensfreude. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll, so sehr rotieren und springen und zwiebeln sich die Jungs über den Boden und haben sichtlich sehr viel Spaß dabei, das Tango-Paar immer mittendrin.

Dann öffnet sich die Bühne und eine vierköpfige Band (Schlagzeug, Gitarre, Keyboad, Vocals) legt los mit einer wilden Mischung aus Elektro-Tango, Hip-Hop, Rock, Soul, Pop. Im Mittelpunkt steht Gisela Lepio mit ihrer voluminösen Stimme, die nicht nur dann an Adele erinnert, wenn sie einen ihrer Songs covert. Und die vier Tango-Paare und fünf Breakdancer entfachen ein furioses Feuerwerk von Auftritten, einzeln und gemeinsam. Spätestens von da an verschlägt es dem Publikum den Atem, und das bleibt so für die nächsten knapp zwei Stunden.

Mit einer bis ins Letzte ausgefeilten Choreografie, bei der jeder Schritt, jede Bewegung, jede Gestik perfekt getimt ist, ziehen alle 13 Tänzerinnen und Tänzer eine phantastische Show ab und das Publikum in ihren Bann – temporeich, dynamisch, eingängig, aber nie kitschig. Immer wieder finden Tango und Breakdance zueinander, spielen miteinander, zeigen die einzelnen Tänzerinnen und Tänzer ihre Meisterschaft.

Und im Laufe des Abends wird deutlich: Tango und Breakdance haben vieles gemeinsam, nicht nur dass sie beide in den urbanen Armenvierteln entstanden sind. Am spannendsten ist die Show immer dann, wenn sich die beiden so grundverschiedenen Tanzstile miteinander mischen – der eine mit seiner Melancholie, Getragenheit und Erotik, der andere mit seiner Energie, Dynamik und Athletik. Dann bricht der Breakdance den Tango im wahrsten Sinne des Wortes auf, öffnet ihn für Lebensfreude und Spontaneität. Eine perfekte Kombination.

Noch bis 17. September in der K6 auf Kampnagel, Karten unter Telefon 040-270 949 49 oder über www.eventim.de

Veröffentlicht am 04.09.2017, von Annette Bopp in Homepage, Kritiken 2017/18

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