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Hellerau

WIR SIND AUF DEM WEG, MITEINANDER UND VOR ALLEM AUF EINANDER ZU

Die neue Saison der Dresden Frankfurt Dance Company in Hellerau



Jacopo Godani und seine Kompanie sind in Dresden angekommen. Nach einer erfolgreichen Spielzeit setzen sie auch in der kommenden zunehmend eigene Akzente.


  • Jacopo Godani Foto © Rahi Rezvani

„Wir sind hier“, sagt Jacopo Godani, künstlerischer Direktor und Choreograf der Dresden Frankfurt Dance Company, „wir haben uns erfunden“, und er fügt hinzu, dass aber deshalb die Fragen nach dem Wohin und dem Wie nicht aufhören werden, dass man sich in den künstlerischen Prozessen, bei denen man möglichst viele Vertreter anderer Kunstrichtungen einbeziehen werde, immer wieder hinterfragen werde und sich auch hinterfragen lasse. Doch bevor Godani die neuen Projekte der Saison 2016/2017 vorstellt, blickt zunächst Dieter Jaenicke als Intendant des Europäischen Zentrums der Künste in Hellerau auf „zwei wunderbare Produktionen“ der ersten Saison zurück. Zudem betont er, dass es gelungen sei, diese Kompanie mit ihren Residenzen in Frankfurt und Dresden gerade hier in viele andere Kunstprojekte der Stadt einzubinden, er ist überzeugt vom Interesse am „kulturellen Gesamtkonzept der Stadt“.

Dieses spürbare Bekenntnis von Jacopo Godani und seiner Kompanie lobt auch die Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden für Kultur und Tourismus, Annekathrin Klepsch. Sie betont den mannigfaltigen Austausch mit der freien Szene, wie wichtig es ist, dass man gerade hier, in Hellerau an diesem Ort der Tradition und der Moderne, voneinander profitiere. Für sie ist nach dem Abschied William Forsythes der Personalwechsel „gut über die Bühne gegangen“ und sie fügt hinzu, wie wichtig es ist, dass dies auch einen Stilwechsel bedeute. Ein klares Signal für die Stadt Dresden und für die Wahrnehmung der Stadt ist für sie deren Bekenntnis zu dieser international zusammengesetzten Kompanie.

Mit 50 Vorstellungen in Dresden und Frankfurt, mit Gastspielen in Belgrad, Novi Sad oder im Juni beim renommierten Tanzfestival in Montpellier und den Extraprogrammen für junge Künstler, der Zusammenarbeit mit der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden und Schulen der Stadt, reizen die 14 Tänzerinnen und Tänzer mit ihrem Choreografen Jacopo Godani bei vollem Einsatz die Möglichkeiten gut aus, so Luisa Sancho Escanero, künstlerische Koordinatorin und Referentin des künstlerischen Direktors. Dann macht es Jacopo Godani spannend. In der ihm eigenen freundlichen, humorvollen, mitunter auch ironisch-augenwinkenden Art denkt er gar nicht daran, Themen oder Titel der nächsten Saison einfach chronologisch abzuhaken. Nein, er hakt in seinem tanz- und kunstphilosophischem, von Lebensweisheiten gespicktem Exkurs lieber immer wieder nach, was es bedeute, mit den Mitteln der Tanzkunst menschlichen Möglichkeiten der Entwicklung nachzuspüren. Für ihn funktioniert Tanz nicht durch Muskelkraft allein. Das sieht auch der Tänzer David Leonidas Thiel, Absolvent der Palucca Hochschule, so. Tolle Sachen herauszupowern reiche ihm nicht, daher fühle er sich in dieser Kompanie wohl. Das bestätigt auch die vom Ballett des Prager Nationaltheaters gekommene Tänzerin Kristýna Němečková so. „Tanzen und denken“, sagt sie, „so erweitert der Körper seine Möglichkeiten“. Und dann kommen sie doch, die Ankündigungen der neuen Projekte und dabei wird deutlich, hier ist konzeptionell und dramaturgisch gearbeitet worden. Wir dürfen gespannt sein.

www.dresdenfrankfurtdancecompany.com
www.hellerau.org

Veröffentlicht am 01.05.2016, von Boris Michael Gruhl in Homepage, Themen

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