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Düsseldorf

MONAT FÜR MONAT MIT KRAFT UND ELEGANZ UND FREUDE

Eine Kalender-Hommage an Martin Schläpfers zeitgenössisches Tanzensemble



Der Fotograf und ehemalige Tänzer Gert Weigelt zeichnet für die exquisiten Abbildungen verantwortlich, die alle von einer puristischen Eleganz durchzogen sind.



Jetzt geht es Schlag auf Schlag: ein Preis, eine Auszeichnung nach der anderen stellt sich ein bei Martin Schläpfer, der mittlerweile nicht nur ein herausragendes, primär zeitgenössischen Auffassungen von Ballett mit großem Horizont offen gegenüberstehendes Ensemble „gebaut“ hat. Der Direktor und sein Team residieren seit wenigen Monaten in der neu erbauten Architektur des mit all der erforderlichen Technik von heute und einer beträchtlichen Zahl an Sälen ausgestatteten Probenhauses.

Das mag man durchaus als Bekenntnis der Stadt Düsseldorf zu seinem Ballett verstehen und ist sicher ein gutes Thema für einen weiteren Kalender. Der nun erschienene aktuelle, großformatige Kalender für das Jahr 2016 im Dumont Verlag wirbt auf dem Titelblatt mit zwei Solisten des Balletts am Rhein: mit der stets erstaunlichen Marlucia do Amaral und dem, so oft die Autorin ihn gesehen hat, ungemein freudvoll und mit Esprit tanzenden Marcos Menha. Der gebürtige Brasilianer, von Birgit Keil geprägt, seit 2011 im Ensemble des Balletts am Rhein, ist es auch, der dieser Tage einen von zwei „Zukunfts“-Auszeichnungen des Deutschen Tanzpreises 2016 zugesprochen bekommen hat. (Der andere geht an den am Wiener Staatsballett engagierten, choreografisch begabten Andrey Kaydanovskiy.) Wie fein, dass Menha, ein feinziseliert tanzender Künstler von Charisma in Schläpfers Mahler-Choreografie „7“ als Partner von Amaral festgehalten ist. Am Schutzblatt unterstützt er das Nach-Oben-Streben seiner Dame kraftvoll und beide suggerieren den Rausch des klassischen Balletts, den Schläpfer aber so ganz in seiner Art heutig unterläuft, in dem er im nächsten Moment Erdiges und Gegenwärtiges aus dem Ballett-Vokabular hervorholt. Am Ende des Monatsreigens auf Blatt 12 begrüßen den Kalender-Connaisseur dann ein weiteres Mal die beiden Protagonisten.

Der Fotograf und ehemalige Tänzer Gert Weigelt zeichnet für die exquisiten Abbildungen verantwortlich, die alle von einer puristischen Eleganz durchzogen sind und Momente aus Schläpfers Choreografien plastisch festhalten. Weigelt und Schläpfer zeigen in dieser Auswahl einerseits Formenreichtum, andererseits stellen sie einmal mehr die Tänzerschaft heraus, deren viele Gesichter sich nun einprägsam studieren lassen. Stellvertretend seien hier nur Sachika Abe (Januar-Blatt), Ann-Kathrin Adam (Juni-Blatt), Yuko Kato (Juli-Blatt) und Chidozie Nzerem (November-Blatt) genannt. Der Ballett-am-Rhein-Kalender 2016 rückt ausschließlich Choreografien von Schläpfer ins Foto-Bild, seinem künstlerischen Chef. Sein Publikum aber weiß, dass gerade er zu jenen immer rarer werdenden Repertoire-Denkern gehört, der seinem alerten Ensemble auch jede Menge Tanz aus dem historischen Kanon und Uraufführungen angedeihen lässt. Viel Freude also mit diesem Ensemble, seinem Spielplan und dem Kalender.

Du Mont Verlag, ISBN: 9783832032869, 44.5 cm x 48 cm. Preis: 25 Euro

Veröffentlicht am 23.11.2015, von Andrea Amort in Homepage, Tanzmedien

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Kommentare zu "Monat für Monat mit Kraft und Eleganz und Freude"



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