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NEVER STOP

„what do you mean what do you mean and other pleasantries“ von Maarten Seghers & The Horrible Facts bei ImPulsTanz



Maarten Seghers ist ein großer Sisyphos. Die Hüfte nach vorne geschoben, den Rücken zum Buckel gerundet steht er da und winkt mit den Armen zur Bestätigung seiner Sätze.


  • „what do you mean what do you mean and other pleasantries“ von Maarten Seghers & The Horrible Facts Foto © Ursula Kaufmann
  • „what do you mean what do you mean and other pleasantries“ von Maarten Seghers & The Horrible Facts Foto © Ursula Kaufmann

Von Theresa Luise Gindlgasser

Nach der Eröffnung mit einer Performance von Doris Uhlich & Dancers im Museumsquartier Wien war als nächster Programmpunkt des diesjährigen ImPulsTanz Festivals „what do you mean what do you mean and other pleasantries“ von Maarten Seghers & The Horrible Facts (BE) im bis auf die letzten Stehplätze ausverkauften Schauspielhaus Wien zu sehen.

„The Horrible Facts“, das ist die fiktive Begleitband, bestehend aus sechs menschhohen, hölzernen Boxen, aus denen der Sound kommt, durch die der erst entsteht. Diese Kisten liegen zunächst am Bühnenboden, wenn Maarten Seghers diesen betritt, fängt das Wummern an. Und hört so schnell auch nicht wieder auf.
Im Programmheft wird die Dauer der Performance mit 58 Minuten angegeben. Das ist eine kuriose Zeitangabe und ganz so lange dauert zumindest das Wummern nicht an. Maarten Seghers schnallt sich ein Brett um Hüfte und Kopf und beginnt mit der Verrichtung einer Arbeit. Sinnleer aber anstrengend und endlose 58 Minuten lang sprechsingt er in monotonem Rhythmus und Reim. Endlos ist die Performance im eigentlichen Sinne. Er hat sein Passwort vergessen, damit fängt es an, deswegen kann er nicht mehr aufhören, muss immer weiter [„I will not stop it“], kommt von da aus auf Gefühle zu sprechen, dann weiter zum Kren, zu den Meeresfrüchten und zum Tod. Endlos ist die Performance, weil die Assoziationen und Reime immer so weiter hin laufen und dazwischen die ganz großen Probleme angesprochen sind. Also: Geburt, Tod und Sex. Endlos ist die Performance auch, weil das Bild der groß kuriosen Verrichtung einer groß sinnleeren Arbeit eben nie ein Ende nimmt. Also: Sisyphos.

Und Maarten Seghers ist ein großer Sisyphos. Die Hüfte nach vorne geschoben, den Rücken zum Buckel gerundet steht er da und winkt mit den Armen zur Bestätigung seiner Sätze. Kommentiert mit den langen Fingern seine Witze und rollt mit den Augen in der Anstrengung. Ob der jetzt glücklich ist oder nicht, jedenfalls bleibt das Leben etwas sinnleer Anstrengendes. Dafür findet „what do you mean what do you mean and other pleasantries“ vergnügliche Bilder fernab vom politischen oder sozialen Zeitgeschehen.

Veröffentlicht am 17.07.2015, von Gastbeitrag in Homepage, Kritiken 2014/2015

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