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Magdeburg

VIELFALT DER FORMEN

Tanzfest am Ballett Magdeburg



Auch in diesem Jahr präsentierten sich internationale Gäste gemeinsam mit dem Ballett Magdeburg in einer Gala. Moderne Tanzformen trafen mit Ausschnitten aus „Paquita“ auf einen romantischen Ballettklassiker.


  • Ballett-Gala beim Magdeburger Tanzfest 2015 Foto © Andreas Lander
  • Ballett-Gala beim Magdeburger Tanzfest 2015 Foto © oh

Für die diesjährige Ballettgala im Rahmen des Tanzfestes hatte Ballettdirektor Gonzalo Galguera aus Italien Tänzerinnen und Tänzer des Spellbound Contemporary Ballet und des Kaos Balletto die Firenze sowie Davide die Pretoro eingeladen. Die kubanische Choreografin Regina Balaguer-Sanchez hatte eigens für diese Gala mit den Damen des Balletts das Grand pas classique aus dem romantischen Ballett „Paquita“ mit den Solisten Lou Beyne und Leander Rebholz einstudiert. Die „weißen“ Formationen der Tänzerinnen nach der Musik von Ludwig Minkus in immer neuen Variationen, im Wechsel rasant getanzter Soli und symmetrischen Formen animierte das Publikum immer wieder zu enthusiastischem Beifall. Das Pas deux von Lou Beyne und Leander Rebholz ausdrucksstark und technisch makellos getanzt, zeigte in Sprüngen, Lifts und furiosen Drehungen und Pirouetten (einschließlich der 25 Fouettés) die Schönheit des klassischen Tanzes und, bezogen auf den Gesamteindruck, den „Paquita“ hinterließ, auch das hohe Leistungsvermögen des Balletts. Im 1. Teil der Gala bewiesen dies die Herren des Balletts in einem Ausschnitt aus dem Ballett „Lorca“ in der Choreografie von Gonzalo Galguera. In dieser rasant getanzten Choreografie war der entfesselte Tanz zwischen Stühlen an Symmetrie der Bewegungen und ausdrucksvoller Gestik nicht zu überbieten. Die Expressivität der „Lorca“-Choreografie wurde zuvor bei dem Pas de deux aus diesem Ballett, getanzt von Antanina Maksimovich und Raul Pita Caballero, sehr deutlich. Davide di Pretoro tanzte in zahlreichen modernen Tanzkompanien Europas (u.a. Rom. London, Amster5dam, Berlin). Er begeisterte das Publikum mit einer ungemein ausdrucksstarken Körperspreche in seinen eigenen Choreografien „The Wait“ und „Longing blond“. Der Tänzer, wie auch Allessia Fancelli und Cristian Fara vom (Kaos Balletto di Firenze) stellten mit ihren Soloauftritten „8oo“ und „Cavaggio“ unter Beweis, welche ästhetische Ausdruckskraft das oft auch akrobatische Spiel mit dem Körper hat. Weitere interessante Einblicke in die moderne italienische Tanzszene gaben die Auftritte von Maria Cossu, Giovanni La Rocco und Mario Laterza vom Spellbound Contemporary Ballet.

Zum Ende der Gala präsentierten sich alle Tänzerinnen und Tänzer in der Coda des Finales aus dem Ballett „Coppelia“, choreografiert von Gonzalo Galguera. Für ihn und seine Kompanie war das diesjährige Tanzfest wieder ein voller Erfolg und der Zuspruch des Publikums zu allen Veranstaltungen hätte nicht größer sein können.

Veröffentlicht am 27.05.2015, von Herbert Henning in Homepage, Kritiken 2014/2015, Tanz im Text

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