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München

MÜNCHEN TANZT DEN MARATHON

Das Festival DANCE 2015 setzt auf Austausch



Bei der 14. Ausgabe von DANCE haben sich die Zeiten verschoben. Nicht nur, dass das Festival zum ersten Mal vom tristen November in den hoffentlich sonnigen Monat Mai verlegt wurde. Nein, diesmal gibt es sogar ein Vorspiel.


  • Stefan Drehers "Dancing Days" Foto © Dragan Dragin

Bei der 14. Ausgabe von Dance in München haben sich die Zeiten verschoben. Nicht nur, dass die seit 2012 (damals gemeinsam mit Dieter Buroch) eingesetzte Kuratorin Nina Hümpel das Festival zum ersten Mal vom tristen November in den hoffentlich sonnigen Monat Mai verlegte. Nein, diesmal gibt es sogar ein Vorspiel. Bereits im März gibt es zusammen mit der bayerischen Initiative Access to Dance einen arabischen Fokus, dessen Förderung innerhalb des Festivals missglückte, und nun flugs zu einer Tanz- und Musik-Melange im Muffatwerk umgemodelt wurde.

Zwischen Aufführungen und Workshops, Praxis und Theorie bewegt sich das diesjährige Programm des Festivals, das keinem Motto unterliegt, sondern dessen breit gestreute Themen, wie Dramaturgin Katja Schneider bei der Pressekonferenz anmerkte, sich aus „allmählich ergebenden Verflechtungen“ während des Planungsprozesses entstanden. Tendenzen lassen sich dennoch ausmachen. So falle in den eingeladenen Produktionen der explizite Einsatz von Musik, die politische Dimension oder eine hohe Selbstreflexivität auf.

Nina Hümpel betonte die Länderschwerpunkte: Neben dem Fokus auf den arabischen Raum sind auch vier flämische Produktionen – wie beim letzten Dance-Festival 2012 – wieder mit dabei. Außerdem geben mit Niv Sheinfeld & Oren Laor, Sharon Eyal und Hillel Kogan israelische Choreografen Einblick in die Tanzszene ihres Landes.

Alain Platel und seine Tanzkompanie Les Ballets C de la B werden mit „Coup Fatal“ die Eröffnung zu einem europäisch-kongolesischen Konzert- und Tanzabend machen, mit Peeping Tom kehren altbekannte Gesichter nach München zurück und werden neben ihrer Produktion „Vader“ länger in München verweilen, um mit Schauspielern des Residenztheaters eine Uraufführung mit dem Arbeitstitel „The Land“ zu erarbeiten.

Der Verbindung von Praxis und Theorie nähert sich das Symposium „Zitieren, Kommentieren, Archivieren“ mit dem Format der Lecture Performance an. Einblicke in ihre künstlerischen Prozesse geben dabei die Choreografen Thea Patterson, Raimund Hoghe und Richard Siegal sowie die Tanzwissenschaftlerin Claudia Jeschke.

Dance soll „kein Feuerwerk sein, das abbrennt und wieder weg ist“, so Kulturreferent Hans-Georg Küppers. Und deshalb will sich das Festival auch innerhalb der Stadt vernetzen. Das Projekt „art lodge munich“ der Münchner Choreografenvereinigung Tanztendenz wird sich den Produktionsbedingungen von Tanz widmen, während der Münchner Choreograf Stefan Dreher in seinem täglich stattfindenden, sechsstündigen Tanzmarathon „Dancing Days“ professionelle Tänzer und verschiedene Communities der Stadt mit einbindet.

Da ergibt sich doch noch ein Motto: die Suche nach Austausch. Oder Doppelspiel – so nennt es die Festivalleiterin – bei dem es, so darf man hoffen, zu anregenden Verquickungen der eingeladenen Künstler mit Münchner Institutionen, vor Ort arbeitenden Kulturschaffenden und interessiertem Publikum kommt. München tanzt 2015 dazu intensiver denn je, denn Dance durfte mithilfe einer Extra-Finanzierung in Höhe von 95.000 Euro durch das Kulturreferat wachsen.

Veröffentlicht am 21.01.2015, von Miriam Althammer in Themen

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