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Dresden

GETESTET UND FÜR GUT BEFUNDEN

Matinee der Palucca Hochschule für Tanz in der Semperoper



Zugegeben, es ist eine Art Heimspiel, eine Art Familientreffen, wenn die Schüler und Studenten sich in einem solchen Rahmen präsentieren. Die Qualität der Aufführung gerät trotzdem nicht aus dem Blickfeld.


  • Matinee der Dresdner Palucca Hochschule für Tanz: "Fratres" Foto © Erik Groß
  • Matinee der Dresdner Palucca Hochschule für Tanz: "Scotch Symphony" Foto © Ian Whalen
  • Matinee der Dresdner Palucca Hochschule für Tanz: "Echad Mi Yodea" Foto © Andreas Siegel

Wenn die Palucca Hochschule für Tanz Dresden an einem Samstag Vormittag zu ihrer Matinee in die Semperoper lädt, dann ist das Haus ausverkauft. Wie viele der Karten an Eltern, Tanten und Großväter gingen, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, dass der gesamte Studiengang Tanz in insgesamt zehn Choreografien auf der Bühne stand und mit Begeisterung gefeiert wurde.

Zugegeben, es ist eine Art Heimspiel, eine Art Familientreffen, wenn die Schüler und Studenten sich in einem solchen Rahmen präsentieren. Die Qualität der Aufführung gerät trotzdem nicht aus dem Blickfeld. Den Anfang machte das bukolische „Scotch Symphony“ von Balanchine, in dem man zuvorderst zwei Dinge wahrnehmen konnte. Zum einen durfte man feststellen, wie eigentlich fehlerlos die Ballettschüler auch auf Spitze diese Bühne regieren. Zum anderen war deutlich sichtbar, wie schwierig eben gerade das klassische Vokabular ist. Vor allem die Solisten des 2. beziehungsweise 3. Studienjahres haben hier Großartiges geleistet, zumal diese Choreografie gefühlte neunzig Prozent der Zeit auf Spitze getanzt wird. Dass bei aller Konzentration auf die Technik der Ausdruck etwas kurz kam, kann man beim besten Willen nachvollziehen.

Gundula Peuthert ließ mit „Wie man's macht“ die Teilnehmer der Nachwuchsförderklasse 2 locker flockig mit entspanntem Humor die Schwierigkeiten choreografischen Arbeitens hinterfragen, gefolgt von der Nachwuchsförderklasse 1, die ihren Internatsalltag tänzerisch verarbeiteten.

Die Breite der technischen Ansätze wurde auch in Ausschnitten einzelner Arbeiten Ohad Naharins gezeigt, die die Studierenden des 3. Jahrgangs im Zug eines Gaga-Workshops erarbeitet hatten. Überzeugend waren durchweg alle Arbeiten, wenngleich auch die choreografischen Ansätze als solche nicht in jedem Moment Glanzpunkte liefern konnten. Auffallend war die gelungene Koordination ganzer 32 Schüler (Orientierungsklassen 1 und 2), die „Unter Strom“ standen und von einer live erzeugten Sound-Collage durch ein saftiges Gewitter getrieben wurden.

Durch die große Bandbreite der unterschiedlichen Alters- und somit Entwicklungsstufen konnte man an diesem Vormittag nicht zuletzt auch die verschieden ausgeprägten Fähigkeiten von Ausdruck erkennen, was an einem „gewöhnlichen“ Tanzabend so nicht möglich ist.

Den Höhepunkt stellte die Verleihung der diesjährigen Stipendien dar. Dass dieser Akt tatsächliche Talente auszeichnet, zeigte der Nachwuchsförderpreis der proskenion Stiftung, der an Johannes Goldbach ging. Er war in diesem Jahr der einzige deutsche Teilnehmer am Prix de Lausanne und schaffte es dort bis ins Finale. Den gleichen Erfolg erzielte er später auch in New York beim Youth America Grand Prix.

Veröffentlicht am 13.07.2014, von Rico Stehfest in Homepage, Tanz im Text, Kritiken 2013/2014

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Kommentare zu "Getestet und für gut befunden"



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