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Wuppertal

"ZWEITER FRÜHLING" FÜR BAUSCHS WERK?

Frühwerke von Pina Bausch rekonstruiert



Vielleicht hat der "Zweite Frühling" für Pina Bauschs Œuvre mit der Premiere des dreiteiligen Strawinsky-Abends "Frühlingsopfer" schon begonnen.


  • "Das Frühlingsopfer" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Das Frühlingsopfer" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Das Frühlingsopfer" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Das Frühlingsopfer" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Das Frühlingsopfer" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Der zweite Frühling" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Der zweite Frühling" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Wind von West" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Wind von West" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann
  • "Wind von West" von Pina Bausch Foto © Ursula Kaufmann

Vielleicht hat der "Zweite Frühling" für Pina Bauschs Œuvre mit der Premiere des dreiteiligen Strawinsky-Abends "Frühlingsopfer" schon begonnen. Die Besetzung der drei Frühwerke ausschließlich mit Mitgliedern des Folkwang Tanzstudios sowie Studierenden der Folkwang Universität der Künste, Essen, und der Juilliard School, New York, weckt jedenfalls große Zuversicht.

Fast auf den Tag genau 38 Jahre nach der Uraufführung ging die Premiere jetzt wieder über die Bühne des Opernhauses Wuppertal. Während Bauschs "Sacre"-Version "Frühlingsopfer" längst zu den am meisten aufgeführten Bausch-Choreografien gehört, mussten die beiden anderen Stücke rekonstruiert werden. "Wind von West", ein Projekt der Pina Bausch Foundation, entstand mit Unterstützung des Tanzfonds Erbe in internationaler Kooperation der Juilliard School und der Folkwang Universität - undenkbar, aus jetziger Sicht jedenfalls, ohne die Einstudierung durch Tänzer der Uraufführung aus beiden Städten. Konzipiert auf Strawinskys "Cantata" von 1951/52 vollziehen sich düstere Rituale, die sich nur erschließen, wenn man das Thema der Gesänge kennt: die Wanderung einer Seele durch das Fegefeuer. Das vorletzte Lied "Westron Wind" - bevor sich die Seele auf die hell erleuchtete Bahre legt, bereit für die ewige Ruhe - erklärt den Titel des Stücks (Westwind, wann bläst du wieder... Der Regen kann regnen..., wenn meine Liebe wieder in meinen Armen läge und ich in meinem Bett ruhte"). Bausch folgt der musikalischen Besetzung für Frauenchor, Sopran und Tenor-Solo mit kleinem Holzbläser- und Cello-Ensemble: Mädchen tanzen in schlichten langen Chiffonkleidern. Dazu ein trauerndes Frauenpaar vorn neben der Frau, der Geliebte und ein "nackter" Mann, die Seele. Bauschs Ernst und die choreografische Kraft deuten in fast bestürzender Weise auf ihre tiefe, lebenslange Auseinandersetzung mit dem Tod.

Aber gleich zeigt "Der zweite Frühling" sie von einer ganz anderen, ihrer humorvollen Seite: ein altes Ehepaar sitzt inmitten seiner pompösen Pracht mit Jugendstil-Vertiko und Sofa, mit Perserteppichen und Plüschsessel, und diniert. Während die alte Dame nur Teller und Schüsseln im Blick hat, flirtet der Gatte mit heftigem Charme. Je ostentativer er sich ihr nähert, desto verkrampfter und irritierter reagiert sie. Laszive Wünsche und freizügige Erinnerungen geistern durch den Raum - ein köstliches Vergnügen.
"Frühlingsopfer" schleudern die jungen Tänzerinnen und Tänzer mit unglaublicher Intensität in den Raum. Eine Premiere, die große Hoffnung für das Fortleben nicht nur der Frühwerke Pina Bauschs weckt.
Am 26. November gastiert das Ensemble mit dem Programm im Essener Aalto-Theater.

Veröffentlicht am 25.11.2013, von Marieluise Jeitschko in Homepage, Kritiken 2013/2014

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Kommentare zu " "Zweiter Frühling" für Bauschs Werk?"



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