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Closer Productions, Australien

“BUT I HAVE HOPE!”

Dokumentation „Tanja – Life in Movement“ läuft am 31. Oktober bundesweit in den Kinos an



Der Kinodokumentarfilm von Sophie Hyde und Bryan Mason über die deutsche Tänzerin und Choreografin wird nun auch in Deutschland zu sehen sein.


  • Tanja Liedtke in Sydney Foto © Ben Simons
  • Tanja Liedtke Foto © John Pridmore
  • Tanja Liedtke Foto © Antony Hamilton
  • Tanja Liedtke Foto © R. Horn

Die Tänzerin und Choreografin Tanja Liedtke wurde 2007 mit nur 29 Jahren zur künstlerischen Leiterin der Sydney Dance Company ernannt. Wenige Monate, bevor sie ihre Arbeit aufnehmen konnte, kam sie bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die beeindruckende Dokumentation „Tanja – Life in Movement“ ist ab 31. Oktober bundesweit in den Kinos zu sehen.

Dass in Deutschland kaum jemand etwas mit dem Namen Tanja Liedtke anfangen kann, ist nicht verwunderlich. Die gebürtige Stuttgarterin ging früh mit ihren Eltern nach Spanien, wo sie den Tanz für sich entdeckte. Mit 11 zog es sie an die Elmhurst Ballettschule nach London. Von dort aus ging sie nach Australien, tanzte dort beim Australian Dance Theatre, um danach nach England zurückzukehren. Die Kompanie DV8 war dort bis 2003 ihr künstlerisches Zuhause.

Die Dokumentation konzentriert sich fast zwangsläufig auf die Zeit nach Tanja Liedtkes Tod und den individuell erlebten künstlerischen Verlust: Die Tänzer ihrer beiden Arbeiten „Twelfth Floor“ und „Construct“ tourten 2009 damit erneut, Tanja Liedtkes ehemaliger Partner übernahm dabei die Produktion. Der Film schafft es, die Zäsur im Leben aller Beteiligten als Dreh- und Angelpunkt zu setzen, sodass nicht einzig und allein die Darstellung der Künstlerin Tanja Liedtke im Vordergrund steht. Privataufnahmen zeigen sie neckisch im Badezimmer tanzend, oder wie sie sich als Schülerin im Internat in einem Spind versteckt. Später wird ein Tänzer in „Twelfth Floor“ einem umgekippten Spind entsteigen. Ältere Aufnahmen von Arbeitsmaterial sind visuell mit Mitschnitten der späteren Arbeiten verflochten.

Durch diesen Kunstgriff entsteht ein unkommentiertes Bild der Arbeitsweise einer von Lebenswut getriebenen jungen Frau und zeigt die Unbedingtheit der Choreografin. Tanja Liedtke experimentierte unermüdlich. Mit Erfolg. Ihre Formensprache ist deutlich vom „physical theatre“ der DV8 Kompanie geprägt. Trotzdem hat sie zu beeindruckendem eigenen Ausdruck gefunden. Ihre Innovationskraft schien unaufhaltsam. 2006 wurde sie dafür mit dem Australian Dance Award für außergewöhnliche Leistungen auf dem Gebiet der Choreografie geehrt.

Die Lücke, die ihr Tod riss, wird in kurzen Interviewsequenzen mit ihren Tänzern, ihrem Partner, aber auch mit ihren Geschwistern, Eltern und Freunden deutlich. In ihrer künstlerischen Arbeit war sie nicht nur Leitfigur, sondern gleichzeitig der Motor, der alle um sie herum zu Höchstleistungen angespornt hatte. Wie entscheidend das vor allem für die Tänzer war, zeigt sich, wenn sie sich nur unter Eingeständnis schlechten Gewissens neuen Projekten zuwenden und mit den Arbeiten Tanja Liedtkes nicht mehr touren wollen. Eigene künstlerische Weiterentwicklung wäre so nicht möglich. Die Vision ist verblasst.

Die letzte Vorstellung der Welttournee 2009 findet dann folgerichtig in Stuttgart statt. Hinter der Bühne stößt das Team auf Tanja an. „We brought you home.“ Der Dokumentation gelingt eine geschlossene visuelle und vor allem dramaturgische Umsetzung, was bei Tanzdokumentationen nicht immer der Fall ist. Jeweils im November findet eine Galatour der Gewinner eines Solo-Wettbewerbs statt, die an Tanja Liedtke erinnert. Nähere Informationen sowie einen Trailer gibt es unter www.tanjalifeinmovement.de. Die Vorpremiere am 27.10. um 20.00 Uhr im Radialsystem V Berlin findet in Anwesenheit von Gerlinde Liedtke, der Mutter von Tanja Liedtke, statt.

Veröffentlicht am 09.10.2013, von Rico Stehfest in Homepage, Tanzmedien

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Kommentare zu "“But I have hope!”"



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