VORANKÜNDIGUNGEN



Berlin

MALAKHOVS ABSCHIEDSMALOCHE

Das Staatsballett Berlin zündet nächste Saison fünf Premieren



Fast wäre im Fragesturm der Journalisten um Vladimir Malakhovs Nachfolge der eigentliche Zweck dieser Jahrespressekonferenz an die zweite Stelle getreten. Dabei ging es um ein ausgewogenes Programm, wie man es sich auch für zurückliegende Spielzeiten gewünscht hätte


  • Vladimir Malakhov mit Dr. Christiane Theobald auf der Jahrespressekonferenz des Staatsballett Berlin Foto © Bettina Stöss
  • Die Jahrespressekonferenz des Staatsballett Berlin mit G. Vierthaler, V. Malakhov und Dr. Ch. Theobald

Fast wäre im Fragesturm der Journalisten um Vladimir Malakhovs Nachfolge der eigentliche Zweck dieser Jahrespressekonferenz an die zweite Stelle getreten. Dabei ging es um ein ausgewogenes Programm, wie man es sich auch für zurückliegende Spielzeiten gewünscht hätte. So fungiert 2012/13 mit nur einer Uraufführung eher als Sprungbrett für die Jubiläumssaison: Am 1. Januar 2014 wird das Staatsballett zehn Jahre jung. Um das zu feiern, spart man dieses Jahr etwas. Wie stabil das Finanzpolster der mit 88 Tänzern aus 26 Nationen größten deutschen Compagnie ist, lässt zuversichtlich in die nächste Ära, dann unter der Leitung des Spaniers Nacho Duato, blicken. So stieg die Auslastung von 61,5 Prozent zu Anfang auf jetzt 81,5 Prozent, was 109.000 Zuschauer in den drei Spielstätten, Einnahmen von 3,4 Millionen Euro für 2012 bedeutet.

Mit seiner personell und künstlerisch vorzüglich aufgestellten Kompanie zündet Malakhov 2013/14 ein Feuerwerk von fünf Premieren, die sich sehen lassen können. Mit der Gala des hauseigenen Balletts beginnt im September seine letzte Saison als Intendant; das beliebte Format „Malakhov & Friends“ zeigt ihn im Januar noch einmal im Verein mit internationalen Stars; seine Abschiedsstücke sind gegen Ende „Caravaggio“ und „Tschaikowsky“, die er beide ans Haus geholt hatte. Dazwischen aber liegt, worauf der besondere Blickpunkt ruht.

Im Oktober hat endlich ein neuer „Nussknacker“ Premiere: Das russische Choreografenduo Medvedev/Burlaka, bekannt von seiner „Esmeralda“ fürs Staatsballett, wird ihn nach dem Original und in üppiger Ausstattung einstudieren.

Den Februar leitet eine Koproduktion mit dem Pariser Ballet Preljocaj ein: „The Nights – Nach 1001 Nacht“ erzählt aus weiblicher Perspektive über die Welt des Orients, ausgestattet von französischen Couturiers und zur Musik von Natacha Atlas.

Für den Doppelabend im März konnte Malakhov zwei der gegenwärtig interessantesten Choreografen gewinnen. So steuert Ex-Bolschoi-Chef Alexei Ratmansky zu Musik von Lalo das große Divertissement „Namouna“ bei; vom Australier Stanton Welch, dem Leiter des Houston Ballet, kommt, zu Musik Bachs und ebenfalls für das American Ballet Theatre kreiert, „Clear“.

Den Finalpunkt des Premieren-Reigens bildet Giorgio Madias Version des „Don Juan“, mit dem Gluck 1761 die Tanzwelt revolutionierte und der als Beitrag zum 200. Geburtstag des Komponisten steht – begleitet zwar von einer Bandaufnahme des Orchesters der Komischen Oper.

Gern wäre Malakhov bei „seinem“ Staatsballett noch weitere zehn Jahre geblieben, gestand er auf Nachfrage, behalte Berlin als Wohnsitz und hoffe auf Kontinuität unter neuer Intendanz. Noch, so hieß es, herrsche gute Stimmung in der Truppe, deute sich kein Tänzerexodus an, zumal Duato die vom Publikum goutierte Linie des Handlungsballetts fortführen wird. Dem Staatsballett und seinen Fans steht dennoch der erste große Wechsel ins Haus.

Veröffentlicht am 14.03.2013, von Volkmar Draeger in Vorankündigungen

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