HOMEPAGE



Berlin

TANZENDE KULTURBOTSCHAFTER AUS BERLIN

cie. toula limnaios begeistert mit „tempus fugit“



Nach der jetzigen Wiederaufnahme steht die durch starke Bilder fesselnde Dystopie im Herbst auf dem Programm namhafter außereuropäischer Tanzfestivals.


  • "tempus fugit" von Toula Limnaios Foto © Dieter Hartwig
  • "tempus fugit" von Toula Limnaios Foto © Dieter Hartwig
  • "tempus fugit" von Toula Limnaios Foto © Dieter Hartwig

Im 21. Jahr ihres Bestehens tanzt die innovative Tanzkompanie um die Choreografin Toula Limnaios und den Komponisten Ralf R. Ollertz mit „tempus fugit“ gleichsam gegen die ‚fliehenden Zeiten’ und die in sie verwobenen Verkrustungen und Zerstörungen des Menschlichen an. Kreiert für und mit den sieben internationalen Tänzer-Protagonisten erlebte das Tanzstück im Dezember seine Uraufführung in der HALLE Tanzbühne. Nach der jetzigen Wiederaufnahme steht die durch starke Bilder fesselnde Dystopie im Herbst auf dem Programm namhafter außereuropäischer Tanzfestivals.

Gefördert vom Auswärtigen Amt reisen die Berliner erstmals im Oktober zum XXIII. Internationalen Tanzfestival in Nicaraguas Hauptstadt Managua sowie zum IX. Internationalen Festival für zeitgenössische Choreografie in Port of Spain, der Hauptstadt des karibischen Inselstaates Trinidad & Tobago. Das dortige COCO (Contemporary Choreographers Collective) Dance Festival wurde 2009 als Plattform für innovativen und zeitgenössischen Tanz initiiert. Das COCO Dance Festival ist das größte jährliche zeitgenössische Tanzfestival in der englischsprachigen Karibik. Kultureller Austausch und die bewusste Konfrontation nationaler Entwicklungen mit internationalen Trends und Workshops bestimmen auch das 1995 von der Company Danza Contemporanea de Camara de Nicaragua ins Leben gerufene Tanzfestival in mehreren Städten Nicaraguas. Das Festival ist inzwischen ein bedeutendes Kulturevent und bringt breitere Publikumskreise in Kontakt mit nationalen und internationalen Tanzentwicklungen.

Die Berliner cie. toula limnaios gastierte bisher in Belgien, Brasilien, Dänemark, Ecuador, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Litauen, Lettland, Österreich, Polen, Schweiz, Senegal, Spanien, Venezuela, Zypern. Im letzten Jahr tourte die Kompanie mit „wut“ und „wound“ in Panama und Mexiko. „Uns interessiert es sehr, über Politik hinaus andere Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen, in einem Medium, das grenzüberschreitend ist und keine Sprachbarrieren kennt. Z. B., um zu erfahren, wie andere auf unsere Arbeit reagieren. Aber nicht nur in Aufführungen, sondern auch in Workshops, um künstlerische und persönliche Begegnungen anzuregen und so in einen Dialog zu treten. Das ermöglicht, die eigene Arbeitsweise zu überdenken und sich gegenseitig anzuregen. Bestenfalls entstehen daraus sogar internationale Kooperationen, wie unsere mit der brasilianischen cia. gira dança (2017), mit denen wir bilateral zusammengearbeitet haben. Weiterführend gelingt es manchmal auch, in schwierigen Zeiten durch internationale Verbindungen Künstler im Gastland zu stärken und so zu unterstützen“, betonen Toula Limnaios und Ralf R. Ollertz.

Auf ihr erstes Gastspiel nach Armenien freuen sich alle Ensemblemitglieder besonders. Zwei Meisterklassen und eine Lecture-Demonstration flankieren die Debütvorstellung der Berliner mit „tempus fugit“ beim 13. HIGH FEST - International Performing Arts Festival in Eriwan, der Hauptstadt Armenien. Die Tour steht im Zusammenhang mit der geplanten Eröffnung eines Goethe-Zentrums in der armenischen Metropole. Bislang ist das Goethe-Institut in Baku und Eriwan seit 1994 mit Sprachlernzentren präsent, die mit Lesesälen und Deutschkursen Informationen zur deutschen Sprache und Kultur anbieten und vom Goethe-Institut Georgien betreut werden. In Reaktion auf die aktuellen globalen Herausforderungen wird das Netzwerk der größten deutschen Kulturmittlerorganisation mit 159 Institutionen in 98 Ländern behutsam ausgebaut werden.

Die Berliner Tanzkompanie um die griechische Choreografin Toula Limnaios sieht sich als tanzende Kulturbotschafterin, denn die Chiffren des Tanzes, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind universell verständlich, da im menschlichen Körper rund um den Globus verankert.

Veröffentlicht am 08.08.2017, von Karin Schmidt-Feister in Homepage, Gallery, Themen

Dieser Artikel wurde 324 mal angesehen.



Kommentare zu "Tanzende Kulturbotschafter aus Berlin"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung




    Ähnliche Beiträge

    WEIß TRIFFT SCHWARZ

    Die Kompanien Toula Limnaios und Jant-Bi erforschen den Umgang mit Körpern

    Veröffentlicht am 15.06.2010, von Volkmar Draeger


    LEBENSFADEN

    "the rest of me". Ein Solo von und mit Toula Limnaios

    Veröffentlicht am 12.03.2012, von Karin Schmidt-Feister


    MUT ZUR WUT

    Uraufführung von „wut“ der cie. toula limnaios

    Veröffentlicht am 24.11.2012, von Karin Schmidt-Feister


    „WENN DAS SO WEITERGEHT …“

    „anderland“, eine Uraufführung von Toula Limnaios

    Veröffentlicht am 27.11.2011, von Karin Schmidt-Feister


    AKTUELL UND BRISANT

    „Unter Kontrolle“: Das 5. Festival „Tanz! Heilbronn“ zeigt Anfang Mai zeitgenössischen Tanz „Vom Tanzprojekt mit Gefangenen bis zum Tanzverbot im Iran“.

    Kuratiert von der in Berlin lebenden Dramaturgin Karin Kirchhoff spielt das 5. Festival „Tanz! Heilbronn“ das Thema „Unter Kontrolle“ den Tanzschaffenden zu. Gastspiele, Workshops, Gesprächsrunden und eine Koproduktion laden vom 8.-12. Mai ein, sich eingehend mit aktuellen Aspekten des Themas auseinanderzusetzen.

    Veröffentlicht am 07.02.2013, von Leonore Welzin


    KOMPOSTMODERNE LIEBESMÜH

    Tanz! Heilbronn: Toula Limnaios eröffnet mit „Every Single Day“ das Festival im Großen Haus

    Von Superlativen überschüttet eröffnet die, seit 1997 in Berlin lebende Choreografin Toula Limnaios das fünfte Festival „Tanz! Heilbronn“ im Großen Haus.

    Veröffentlicht am 11.05.2013, von Leonore Welzin


    DIE SUCHE NACH DER EIGENEN SICHT

    Im Heimathafen lässt Clébio Oliveira in der „Milchstraße“ tanzen

    Veröffentlicht am 06.06.2011, von Volkmar Draeger


    DAS BRENNEN UNTER DER HAUT

    10 Jahre HALLE Tanzbühne Berlin - Uraufführung „the thing I am“ der cie. toula limnaios

    Ensembleszenen von assoziativer Kraft, ambivalente Figurenkonstellationen − Die Spannungen in der Neuschöpfung „the thing I am“ der cie. toula limnaios überträgt sich auf die Aufmerksamkeit im Auditorium.

    Veröffentlicht am 08.08.2013, von Karin Schmidt-Feister


    SCHWARZWEIß, SCHWARZSCHWARZ, SCHWARZWEIßROT

    Klatschend krachender Körpereinsatz: Toula Limnaios zeigt „A contre corps“ im Frankfurter Mousonturm

    Artikel aus FAZ vom 05.07.2010


    „DIE EINEN, DIE ANDEREN“

    Eine internationale Kooperation cie. toula limnaios & cia. gira dança (Brasilien) in der HALLE Tanzbühne Berlin

    Ein komplexes Tanzstück, das die Widersprüche in und um uns nicht banalisiert, sondern emotionsgeladen nach dem sucht, was jeden zum Homo sapiens macht.

    Veröffentlicht am 02.06.2017, von Karin Schmidt-Feister


     

    AKTUELLE NEWS


    „MATILDA“ FREIGEGEBEN

    Trotz öffentlicher Proteste der orthodoxen russischen Kirche darf der Film in ganz Russland gezeigt werden
    Veröffentlicht am 11.08.2017, von tanznetz.de Redaktion


    KOREANISCHER KUNSTPREIS FÜR ANDREA K. SCHLEHWEIN

    "southeast of my desires" wurde mit dem "Jeong Mak Arts Award" ausgezeichnet
    Veröffentlicht am 20.07.2017, von Pressetext


    NEUER CHEF AM THEATER DORTMUND

    Tobias Ehinger wird Geschäftsführender Direktor
    Veröffentlicht am 15.07.2017, von Pressetext



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    KREATUR (UA)

    Uraufführung von Sasha Waltz & Guests am 9. Juni 2017 im Radialsystem V

    Macht und Ohnmacht, Dominanz und Schwäche, Freiheit und Kontrolle, Gemeinschaft und Isolation: In »Kreatur« untersucht Sasha Waltz Phänomene des Seins vor dem aktuellen Hintergrund einer zerrissenen Gesellschaft.

    Veröffentlicht am 27.04.2017, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    ATEMBERAUBEND GRENZÜBERSCHREITEND: HOMÖOPATHIE UND TANZ

    „Sepia tanzt alleine“ von Andrea Simon, Andreas Etter, Ulrich Koch und Gesina Habermann verbindet Tanz und Medizin in beeindruckend schönen Bildern
    Veröffentlicht am 10.02.2017, von Sabine Kippenberg


    DIONYSOS UND APOLLON IM STREIT

    Demis Volpis „Tod in Venedig“ als Koproduktion von Ballett und Oper in Stuttgart
    Veröffentlicht am 09.05.2017, von Isabelle von Neumann-Cosel


    STANDING OVATIONS

    Pick bloggt über die Gastspielreise des Bundesjugendballetts und -orchesters
    Veröffentlicht am 16.01.2017, von Günter Pick

    MEISTGELESEN (7 TAGE)


    GEOMETRISCHER TANZ, WILDE MUSIK

    Die Michael Clark Company eröffnete das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel

    Veröffentlicht am 11.08.2017, von Annette Bopp


    SALZ AUF UNSERER HAUT

    Ein Blog zu zwei Workshops mit Virginie Roy und Doris Uhlich bei der Tanzwerkstatt Europa in München

    Veröffentlicht am 15.08.2017, von Carmen Kovacs


    AFRIKANISCHE POLITREALITÄT

    Im Hebbel am Ufer begann „Tanz im August“ mit „Kalakuta Republik“ von Serge Aimé Coulibaly

    Veröffentlicht am 15.08.2017, von Volkmar Draeger


    „MATILDA“ FREIGEGEBEN

    Trotz öffentlicher Proteste der orthodoxen russischen Kirche darf der Film in ganz Russland gezeigt werden

    Veröffentlicht am 11.08.2017, von tanznetz.de Redaktion


    ACCESS TO DANCE



    Veröffentlicht am 03.05.2013, von tanznetz.de Redaktion



    BEI UNS IM SHOP