HOMEPAGE



Augsburg

UND DIE STADT TANZT

Der Ballettkalender „Kunst-Werk Tanz“ aus Augsburg



Dieser Kalender ist ein ewiger und er lässt so Robert Conn auf Dauer in Augsburg ‚tanzen’.


  • "Ein Sommernachtstraum" von Robert Conn aus dem Augsburger Ballettkalender Foto © Nik Schölzel
  • "Lulu" von Robert Conn aus dem Augsburger Ballettkalender Foto © Nik Schölzel
  • "Die Jungfrau von Orleans" von Robert Conn aus dem Augsburger Ballettkalender Foto © Nik Schölzel
  • "Der Sandmann" von Robert Conn aus dem Augsburger Ballettkalender Foto © Nik Schölzel

Als Robert Conn und der Fotograf Nick Schölzel sich ausdachten, einen Ballettkalender der besonderen Art herauszubringen, ahnte wohl niemand, dass dieses Werk, denn es ist nicht einmal ein Rückblick auf die zehnjährige kaum zu überbietende Zeit dieser Ballettkompanie, Krönung und Abschluss sein würde. Umso wichtiger dürfte er nun dem großen Publikum sein, um diese Kompanie noch lange im Gedächtnis zu behalten. Denn dieser Kalender ist ein ewiger, der mithilfe einer Stahlspange, jedes Jahr neu austariert werden kann. Und da die Rückseiten auch bedruckt sind mit Wissenswertem über die interessantesten Schauplätze der Fuggerstadt, wo die Fotos gemacht wurden, könnte man auch die Rückseite als Kalenderblatt aufhängen.

Die Schöpfer dieses Prachtstücks haben weder Aufwand noch Mühen gescheut bei der Herstellung, und schon insofern ist er kein Nebenprodukt der Bühnentätigkeit des Ballettdirektors, sondern eine Inszenierung für diese Stadt und seine ‚Company’, quoting die Muttersprache dieses Amerikaners, - und das mit gesundem Ehrgeiz. Conn hat sich auf diese Weise ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt, das sicher nicht als solches gedacht war, aber die Umstände machen es nun dazu.

Das Deckblatt ist ein ‚Sommernachtstraum’ mit der für Theophilus Vesely noch zu erobernden Rolle des Puck und fliegenden Elfen im Hintergrund und das einzige Foto, das keinen Schauplatz außerhalb des Theaters hat. Ansonsten gibt es das Schätzlerpalais, das nicht weniger pompöse Rathaus, den vereisten Kuhsee und andere auch weniger bekannte Szenerien, die selbst den Einheimischen wohl kaum bekannt sind, aber sie verführen werden, die Orte (auf) zu suchen. Ich habe ja drei Jahre ebenfalls am Lech gewohnt und habe rätseln müssen, wo die Bilder entstanden sind – das macht sie umso interessanter. Ich gebe allerdings zu, dass ich Anderes zu tun hatte, denn ich war in Augsburg besonders fleißig und pendelte in erster Linie zwischen Alte Gasse, Komödie, Stadttheater, dem Roten Tor und dem Hauptbahnhof.

Wie schon gesagt, die einzelnen Blätter, und das ist für manchen fast wichtiger als die dekorativen Vorderseiten, enthalten viele Fotos und Kommentare zum Making Of, aber auch über Augsburg. Und als Dreingabe gibt es noch was ganz Besonderes nicht nur für Augsburger, nämlich das Wappen der Stadt, die Zirbelnuss. Dieses Wappen haben die Tänzer dargestellt, und ich möchte lieber nicht wissen, wie viele Stunden sie dafür gebraucht haben, die nötigen Positionen zu finden und abzulichten, nicht zu reden von dem Puzzle, das die technische Seite der Aufarbeitung des Rohmaterials gekostet hat.

Von wegen Kosten, der Kalender ist für 45,- Euro im Theater erhältlich, kann aber auch über die Webseite des Stadttheaters online bestellt werden.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Presseamt - und wer immer sonst noch illustre Besucher zu bedenken hat - auch nach Jahren diesen Kalender, der wie gesagt kein Verfallsdatum hat, noch überreicht, damit sie diese traditionsreiche und kunstbeflissene Stadt in bester Erinnerung behalten. Und mit Freude habe ich vernommen, das passt auch gerade hierher, dass die Sanierung des Großen Hauses jetzt durch alle Instanzen ist und es infolgedessen nicht abgebrannt wird, - kleiner Scherz.

Veröffentlicht am 02.11.2016, von Günter Pick in Homepage, Tanzmedien

Dieser Artikel wurde 674 mal angesehen.



Kommentare zu "Und die Stadt tanzt"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung




    Ähnliche Beiträge

    SEHNSUCHTSBILDER

    Tanzkalender Pina Bausch

    Acht der zwölf Monatsbilder entstanden lange nach der entsprechenden Premiere. Nicht zuletzt ein Beweis dafür, wie vital Bauschs eigenwilliges Tanztheater geblieben ist.

    Veröffentlicht am 15.11.2016, von Marlies Strech


    ZWISCHEN KUNST UND WAHNSINN

    Eindrucksvolle Momente des Stuttgarter Tanzensembles Gauthier Dance

    Licht und Schatten: Regina Brocke fängt in ihren scharf gestochenen und gezielt verschwommenen Fotografien den Charakter von Marco Goeckes "Nijinski", das er 2016 für Gauthier Dance schuf, kongenial ein.

    Veröffentlicht am 28.11.2016, von Gastautor


    ERINNERUNGSSTÜCK

    Kalender der Ballettfreunde Hagen

    Auf zwölf Monatsblättern sind Szenen aus verschiedenen Produktionen der letzten Spielzeit von Ricardo Fernando und Carla Silva zu sehen, die Fotografien stammen abwechselnd von Leszek Januszewski und Klaus Lefebre.

    Veröffentlicht am 28.11.2016, von Dagmar Klein


    EINE MONATLICH NEUE TANZBEGLÜCKUNG

    Der Royal Ballet Calendar 2017

    Die mit Text versehenen Fotos bilden eine Art Wegweiser durch das Royal-Ballet-Repertoire zwischen (Neo-)Klassik und Moderne.

    Veröffentlicht am 16.11.2016, von Malve Gradinger


    BEWEGUNG IM ALLTAG

    Lois Greenfield – Dance 2017

    Greenfields Kalender ist so ornamental, wie man es von der New Yorker Fotografin gewohnt ist. Doch es geht nicht nur um Arabesken. Vielmehr sind es jetzt Gruppen, die blumenförmige Gebilde formen.

    Veröffentlicht am 28.11.2016, von Isabel Winklbauer


    KLARE LINIEN

    Der „Dance 2017“ Kalender mit Fotografien von Gert Weigelt

    Der genaue Blick auf den Tänzerkörper macht diesen Kalender, der auch Platz für eigene Einträge bietet, aus.

    Veröffentlicht am 21.11.2016, von Anja K. Arend


    DIE SCHÖNHEIT DES TÄNZERS

    Weingartens „Stuttgarter Ballett 2017“

    Edel schaut er wieder aus, der Kalender „Stuttgarter Ballett“. Bernd Weißbrod, Hausfotograf des Ensembles von Weltrang, hat auch diesmal die besten Großmotive aus zehn Repertoirestücken zu einem Bilderbogen des Nobeltanzes aufgefächert.

    Veröffentlicht am 21.11.2016, von Volkmar Draeger


    EIN NICHT GERADE GEGLÜCKTES DEBUT

    Der erste Kalender des Hamburg Ballett mit Fotos von Kiran West

    Am gelungensten unter den zwölf Motiven ist von Ivan Urban als Jago in „Othello“ (Juli), die meisten anderen Kalenderblätter erreichen nicht die bisher gewohnte Qualität.

    Veröffentlicht am 30.11.2016, von Annette Bopp


    IN NOSTALGISCHEM SCHWARZWEIß

    Das Stuttgarter Ballett in Ballettsaal und Studio von Gundel Kilian

    Der neue Kalender für das Jahr 2017 kommt in gewohnter Qualität und mit feinem Gespür für die Tänzerinnen und Tänzer daher.

    Veröffentlicht am 02.12.2016, von Boris Michael Gruhl


     

    LEUTE AKTUELL


    "EINE GROßE EHRE"

    Tarek Assam zum Sprecher der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektoren Konferenz gewählt
    Veröffentlicht am 05.05.2017, von Dagmar Klein


    BOTSCHAFTER DES TANZTHEATERS

    Der Schweizer Choreograf Gregor Zöllig spricht mit Kirsten Pötzke über seine Wurzeln, die Begeisterung für den Tanz und die Arbeit mit Profis und Laien
    Veröffentlicht am 20.04.2017, von Kirsten Poetzke


    EINE JUNGE KOMPANIE FÜR BERLIN

    Marion Heinrich im Gespräch mit den Intendanten des „Landesjugendballetts Berlin“
    Veröffentlicht am 31.03.2017, von Gastautor



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    TANZ IST FESTIVAL

    8. bis 17. Juni 2017 - Spielboden Dornbirn (Austria)

    Sensationelles und Außergewöhnliches am Puls der Zeit, internationale Tanz- und Performancekunst auf höchstem Niveau!

    Veröffentlicht am 22.05.2017, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    ATEMBERAUBEND GRENZÜBERSCHREITEND: HOMÖOPATHIE UND TANZ

    „Sepia tanzt alleine“ von Andrea Simon, Andreas Etter, Ulrich Koch und Gesina Habermann verbindet Tanz und Medizin in beeindruckend schönen Bildern
    Veröffentlicht am 10.02.2017, von Sabine Kippenberg


    DIONYSOS UND APOLLON IM STREIT

    Demis Volpis „Tod in Venedig“ als Koproduktion von Ballett und Oper in Stuttgart
    Veröffentlicht am 09.05.2017, von Isabelle von Neumann-Cosel


    WIE TANZT MAN REFORMATION?

    Das Bundesjugendballett wagt mit "Gipfeltreffen - Reformation" einen Versuch
    Veröffentlicht am 15.01.2017, von Andreas Berger

    MEISTGELESEN (30 TAGE)


    DAS „CAFÉ MÜLLER“ UND DIE FOLGEN

    Der dreiteilige Ballettabend „Hope“ in Antwerpen

    Veröffentlicht am 30.05.2017, von Boris Michael Gruhl


    POLITIK KANN MAN TANZEN

    INVENTUR 2 evaluierte in Düsseldorf die aktuelle Situation innerhalb der zeitgenössischen Tanz- und Performancekunstsparten

    Veröffentlicht am 04.06.2017, von tanznetz.de Redaktion


    TANZART OSTWEST IN GIEßEN ERÖFFNET

    Tanzcompagnie Gießen zeigt „Schlaflabor - InPatients Suite“ von Marcos Marco und „Seid was ihr wollt“ von Massimo Gerardi

    Veröffentlicht am 02.06.2017, von Dagmar Klein


    WENN SIE MAL SCHAUEN MÖCHTEN …

    Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden mit ihrer alljährlichen Leistungsschau im Festspielhaus Hellerau

    Veröffentlicht am 20.06.2017, von Rico Stehfest


    DIE KUNST, DER RAUM UND DER TANZ

    DANCE 2017 mit VA Wölfl, Trajal Harrell und Frédérick Gravel

    Veröffentlicht am 25.05.2017, von Miriam Althammer



    BEI UNS IM SHOP